30. April 2008 11:26

Studie 

Krippenkinder weniger anfällig für Leukämie

Das Immunsystem wird wahrscheinlich durch den Kontakt zu anderen Kindern abgehärtet.

Krippenkinder weniger anfällig für Leukämie
© dpa

Kinder, die Krippen oder Spielgruppen besuchen, sind US-Forschern zufolge deutlich weniger anfällig für Leukämie. In einer Studie stellten die Wissenschafter eine um 30 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit bei diesen Kindern fest, an Blutkrebs zu erkranken.

20.000 Kinder untersucht
Die Experten der Universität von Kalifornien in Berkeley verglichen bei ihren Arbeiten insgesamt 14 verschiedene Studien an rund 20.000 Kindern. "Insgesamt sehen wir eine Senkung des Leukämie-Risikos um 30 Prozent bei Kindern, die in Spielgruppen waren oder in sehr jungen Jahren mit anderen Kindern in Kontakt kamen, gegenüber Kindern, die diese Erfahrung nicht hatten", sagte die Ärztin Patricia Buffler im BBC-Fernsehen.

Häufigste Krebsform
Leukämie ist in den Industriestaaten die häufigste Krebsform bei jungen Menschen und betrifft im Schnitt eines von 2000 Kindern. Nach dem gegenwärtigen Stand der Wissenschaft gibt es zwei große Auslöser der Krankheit. Einer ist eine genetische Mutation, die noch im Mutterleib stattfindet. Ein zweiter Auslöser ist vermutlich eine Infektion im Kindesalter, auf die der Körper "unangemessen" reagiert und so für Leukämie anfälliger wird. Jetzt gehen die Forscher davon aus, dass diese unangemessene Reaktion weniger wahrscheinlich wird, wenn das Immunsystem durch die üblichen Kinderinfektionen wie Husten und Schnupfen abgehärtet wird. "Wir gehen davon aus, dass diese Erfahrung in jungen Jahren das Immunsystem besser vorbereitet, als wenn das Kind isoliert ist", erläuterte Buffler.


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