28. Jänner 2008 10:50

Heiterkeitskur 

Lachen Sie sich gesund!

Kein Faschingsscherz! Lachen hält unsere Immunzellen fit und setzt Glückshormone frei. Probieren Sie es aus!

Lachen Sie sich gesund!
© sxc

Das ist kein Witz: Es gibt Leute, die treffen einander nur, um gemeinsam zu lachen. Und es werden immer mehr: Weltweit gibt es bereits über 5.000 Lachclubs. Ein Trend, der nun auch Österreich erfasst hat.

Der Ursprung
Die Wiener Lachtrainerin Ellen Müller erklärt, woher dieser kommt: „Der indische Arzt Dr. Madan Kataria hat das Lachyoga 1995 entwickelt und dafür pantomimische Übungen mit Yoga kombiniert.“ Er nutzte dazu aktuelle Erkenntnisse aus der Lachforschung. Humor ist übrigens keine zwingende Voraussetzung für eine erfolgreiche Lach-Karriere: „Sie können auch so herzhaft lachen“, weiß Profi Ellen Müller.

Lach-Gruppen
Bedarf an Lach-Gruppen gibt es jedenfalls genug: Vor 40 Jahren wurde dreimal so viel gelacht wie heute. Und während Kinder bis zu 400 Mal am Tag lachen, kommt Erwachsenen nur 15 Mal täglich ein Lächeln über die Lippen. Das ergibt in Summe ganze drei Minuten Heiterkeit. Viel zu wenig, wenn es nach Ellen Müller geht. Denn Lachen verbessert nicht nur die Stimmung, sondern beeinflusst auch die Gesundheit positiv.

So reagiert der Körper
Beim Lachen werden im Gesicht 17 Muskeln bewegt; es wird bis zu viermal so viel Sauerstoff in die Lungen gepumpt wie sonst und der Körper scheidet Glückshormone aus. Die Wirkung ist verblüffend: Der Stoffwechsel wird an­gekurbelt, das Immunsystem gestärkt und das Schmerzempfinden verringert. Im Interview verrät Expertin Ellen Müller, wie Lachyoga genau funktioniert:

Was hat Lachyoga mit dem indischen Yoga zu tun?
Ellen Müller: Lachyoga – oder auch Hasya-Yoga – beinhaltet Dehn- und Atem­übungen aus dem Hatha-Yoga. Diese werden mit pantomi­mischen Übungen verbunden und sollen so zum Lachen bringen. So werden Körper, Seele und Geist ­wieder in Einklang gebracht. Lachen ist aber auch eine Form der Meditation. Sobald man lacht, verschwinden die vielen Gedanken, die uns sonst im Kopf herumschwirren, von selbst.

Was bringt uns Lachyoga?
Müller:
Ein Zitat des amerikanischen Psychologen und Philosophen William James bringt es auf den Punkt: „Wir lachen nicht, weil wir glücklich sind – wir sind glücklich, weil wir lachen.“ Mit Lachyoga kann man seine Stimmung verbessern und so die Herausforderungen des Alltags besser bewältigen. Man wird stressresistenter, kann Angst und Spannungen abbauen und zu neuer Lebensfreude finden. Außerdem werden die Selbstheilungskräfte des Körpers angeregt. Eine Minute Lachen hat eine vergleichbar entspannende Wirkung wie 45 Minuten Meditation.

Können Sie uns eine Übung aus dem Lachyoga verraten?
Müller: Eine Übung, die man auch in der Öffentlichkeit praktizieren kann, ist das Handy-Lachen: Gehen Sie spazieren und nehmen Sie Ihr Handy in die Hand. Tun Sie so, als ob Sie telefonieren würden und lachen Sie einfach. Es weiß ja keiner, dass niemand dran ist!

Wie funktionieren die Übungen, die man bei Gruppentreffen praktiziert?
Müller: Da gibt es zum Beispiel das Spaßvogellachen: Stellen Sie sich vor, dass Sie ein Spaßvogel sind. Legen Sie Ihre Handflächen auf Ihre Schulterblätter, rotieren Sie mit den Schultern und lachen Sie dabei. Auf die Art lockern Sie nebenbei auch den oberen Schultergürtel. Beim Lachyoga geht es immer um ein gemeinsames Lachen und die Fähigkeit, über sich selbst zu lachen. Es geht nie darum, einen anderen Menschen auszulachen.

Welche Voraussetzungen braucht man für Lachyoga?
Müller: Die Bereitschaft, sich auf Neues einzulassen. Vorkenntnisse sind keine erforderlich. In Ein-Tages-Workshops lernt man genug, um das Prinzip zu verstehen. Werden die Lachmuskeln regelmäßig trainiert, reagieren sie spontaner auf alles, was lustig ist.

Die Österreicher lachen im Schnitt drei Minuten am Tag – die Deutschen sechs. Woran liegt das?
Müller: Das möchte ich auch gerne wissen.

Und was tut man, wenn man in seinem Leben nur wenig zu lachen hat…?
Müller: Ganz einfach: So tun, als ob! Lachforscher haben festgestellt, dass „Lachen ohne Grund“ vergleichbare physiologische Auswirkungen auf den Körper hat wie ein echtes Lächeln. Das Prinzip: Tue so als ob – so lange, bis es von selbst kommt! Ein absichtlich ausgelöstes Lachen, also ein gewolltes Lachen, geht irgendwann in ein spontanes Lachen über.

Mehr Infos: www.lachyoga.at


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