14. April 2009 14:27

Forschung 

Leukämie: Neue Hoffnung für Behandlung

Protein-Netzwerk um Komplex "Bcr-Abl" am Wiener Forschungszentrum für Molekulare Medizin aufgeschlüsselt.

Leukämie: Neue Hoffnung für Behandlung
© sxc

Neue Möglichkeiten zur Behandlung von Chronischer Myeloischer Leukämie eröffnen Erkenntnisse der Wissenschafter um Giulio Superti-Furga vom Forschungszentrum für Molekulare Medizin (CeMM) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW). Das Team schlüsselte die molekulare Umgebung eines Eiweißkomplexes namens "Bcr-Abl" auf, der nur in erkrankten Zellen vorkommt und heute schon als Angriffspunkt für Medikamente eingesetzt wird.

Sowohl "Bcr" als auch "Abl" sind Eiweißkomplexe, die auch auch in gesunden Zellen vorkommen und dort etwa als Signalmoleküle für das Zellwachstum fungieren. "In Kombination kommt 'Bcr-Abl' aber nur in kranken Zellen vor", so Superti-Furga gegenüber der APA. Aus diesem Grund setzt auch die gängige Behandlung von Chronischer Myeloischer Leukämie an dieser Gruppe an.

In ihren Analysen haben die Wiener Forscher nun herausgefunden, dass "Bcr-Abl" praktisch nie alleine vorkommt, sondern stets in Kombination mit sieben anderen Proteinkomplexen. Insgesamt sind es also acht Komplexe, die stets im Paket vorkommen. "Das ermöglicht nun neue Ansätze für Medikamente", ist Superti-Furga überzeugt. Man könnte an einem anderen Teil des ganzen Pakets chemisch angreifen und so möglicherweise auch Patienten effektiv helfen, welche auf die herkömmliche Therapie nicht oder zu wenig ansprechen.

Die Arbeiten wurden in der jüngsten Online-Ausgabe der renommierten Wissenschaftszeitschrift "Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America - PNAS" veröffentlicht.


Posten Sie Ihre Meinung Neu anmelden Login |
Facebook Kommentare