09. Juli 2010 11:44

Liebeskummer 

Romantische Liebe macht süchtig

Trauer nach Trennung: Liebeskummer aktiviert laut Hirnstudie Suchtzentren.

Romantische Liebe macht süchtig
© sxc

Was manche Menschen schon länger geahnt haben, ist nun wissenschaftlich bestätigt: Leidenschaftliche Liebe ist eine Art natürliche Sucht. Dies zeigt eine Hirnstudie an 15 jungen Erwachsenen, deren Partner sich von ihnen getrennt hatten. Die Probanden waren im Mittel zwei Monate vorher verlassen worden, hingen noch immer leidenschaftlich an ihren Expartnern und dachten 85 Prozent ihrer Freizeit an die vergangene Beziehung.

Wie bei Kokainkonsumenten
Die Forscher des Albert Einstein College of Medicine zeigten den Teilnehmern Fotos der Verflossenen und beobachteten dabei die Hirntätigkeit per funktioneller Magnetresonanztomografie (fMRT). Das Betrachten der Bilder stimulierte insbesondere die Belohnungszentren, darunter etliche Areale, die auch an Suchtverhalten beteiligt sind, etwa das sogenannte dopaminerge Belohnungssystem, das auch bei Kokainkonsumenten aktiv ist.

Zeit heilt alle Wunden
Die im "Journal of Neurophysiology" publizierte Studie könnte erklären, warum Menschen aus Liebeskummer extreme Handlungen begehen wie Mord oder Suizid. "Romantische Liebe ist scheinbar sowohl unter glücklichen als auch unter unglücklichen Umständen eine natürliche Sucht", sagt die Neurologin Lucy Brown. "Liebeskummer ist vielleicht ein notwendiger Teil des Lebens, den die Natur in unsere Anatomie und Physiologie eingebaut hat." Die Studie deutet allerdings auch an, dass die Zeit alle Wunden heilt: Je länger die Trennung zurücklag, desto schwächer reagierten die Belohnungszentren auf den Anblick der Expartner.


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