04. Mai 2009 11:49

Projekte 

Life Ball und der Kampf gegen Aids

Was passiert eigentlich mit den Einnahmen des Life Balls? Diese Projekte werden unterstützt.

Life Ball und der Kampf gegen Aids
© sxc

Im vergangenen Jahr waren laut UNAIDS weltweit schätzungsweise 33,2 Millionen Menschen mit dem Immunschwächevirus infiziert. Allein im vergangenen Jahr kam es zu etwa 2,7 Millionen Neuinfektionen, davon rund 420.000 bei Kindern unter 15 Jahren. Täglich stecken sich weltweit 1.500 Kinder mit dem HI-Virus an. Besonders alarmierende Zahlen werden nach wie vor aus dem südlichen Afrika gemeldet, wo 70% aller Betroffenen weltweit leben. In manchen Gebieten sind über 30% aller 15-29-Jährigen und mehr als ein Drittel aller schwangeren Frauen, die sich einer pränatalen Untersuchung unterziehen, HIV-positiv.

Trotz der verbesserten medizinischen Behandlungsmöglichkeiten und den Bestrebungen, die Medikamente auch den Betroffenen in den Entwicklungsländern zugänglich zu machen, sind 2008 2 Millionen Menschen an Aids gestorben.

Die Zahlen von UNAIDS zeigen, dass die Pandemie noch lange nicht ihren Höhepunkt erreicht hat und mehr Menschen HIV/Aids zum Opfer fallen als je zuvor.

Unterstützung von internationalen HIV/Aids-Projekten
Aids Life – der Trägerverein hinter dem Life Ball – ist sich dieser Verantwortung bewusst und unterstützt seit 2001 auch internationale HIV/Aids-Organisationen im Rahmen von Kooperationen mit den namhaftesten Institutionen, wie der Elton John Aids Foundation und aktuell der American Foundation for Aids Research (amfAR) und der William J. Clinton Foundation.

Aids Life und amfAR (The American Foundation for AIDS Research)
2005 ging Aids Life erstmals eine Partnerschaft mit der American Foundation for AIDS Research (amfAR) ein und finanziert seit 2006 das „TREAT Asia“-Projekt der weltweit tätigen USamerikanischen Organisation. Aids Life widmet sich damit einem weiteren Zentrum der Pandemie – nämlich dem südostasiatischen Raum – und stellte dafür allein im vergangenen Jahr 500.000 Euro zur Verfügugung.

"TREAT Asia"
„TREAT Asia“ betreibt im weitesten Sinn tägliches Networking durch eine angelegte Database im südostasiatischen Raum. Bis vor wenigen Jahren gab es für von HIV und Aids betroffene Menschen in Entwicklungsländern keine Chance auf Medikamente, erst der massive Einsatz von großen Organisationen wie amfAR – und auch der ebenfalls von Aids Life begünstigten William J. Clinton Foundation – hat dazu geführt, dass die Patente gelockert wurden und 2003 die ersten Generika auf den Markt kamen. Ein Meilenstein in der Geschichte von HIV/Aids, denn erstmals hatten Betroffene auch in Entwicklungsländern Überlebenschancen.

Unterstützung von HIV/Aids-Projekten in Österreich
Von Beginn an unterstützt Aids Life österreichische HIV/Aids-Projekte, deren Existenz ohne diese finanziellen Zuwendungen oft nicht gewährleistet wäre, mit namhaften Mitteln aus dem Erlös des Life Balls. Hierzulande ist HIV/Aids vor allem ein soziales Problem, da Betroffene meist mit geringen Frühpensionszahlungen auskommen müssen, wo oft schon Leistungen des täglichen Bedarfs – wie Reparaturen im Haushalt oder Stromnachzahlungen – zum existenziellen Problem werden. Aktuell sind ca. 12.000 bis 15.000 Menschen in Österreich mit HIV infiziert. Und täglich kommen ein bis zwei Neuinfektionen in ganz Österreich dazu.

Direkthilfe für sozial Bedürftige
Den größten Stellenwert für finanzielle Unterstützung haben Organisationen, deren Aktivitäten unmittelbar HIV-positiven und an Aids erkrankten Menschen zugute kommen. Oft hat eine Infizierung mit dem HI-Virus oder ein Ausbruch von Aids den sozialen Absturz des/der Betroffenen zur Folge. In solchen Notsituationen gewähren verschiedene Vereine und Institutionen nach eingehender Prüfung der sachlichen Rechtfertigung direkte finanzielle Unterstützung. Die Mittel dafür stammen zu einem großen Teil aus dem Erlös des Life Balls. Ein zentrales Kriterium für die Vergabe von Geldern des Life Balls ist dabei die soziale Bedürftigkeit des/der Betroffenen.

Soziale Kontakte und Betreuung
Eine weitere Priorität von Aids Life sind Initiativen, die sich mit den sozialen Konsequenzen von HIV und Aids befassen und versuchen, diese zu minimieren. Es werden Organisationen und Projekte unterstützt, die Beratung anbieten, Menschen mit HIV und Aids helfen, ihre sozialen Kontakte aufrecht zu erhalten und Krisensituationen besser zu bewältigen.

Keine Unterstützung für die Aufrechterhaltung von Infrastrukturen
Trotz des Erfolgs des Life Balls als wichtigste Geldquelle für Aids Life, kann die Höhe des erzielten Spendenerlöses nie vorhergesagt werden. Deshalb finanziert Aids Life keine laufenden Kosten wie Betriebskosten, Miet- oder Personalkosten, etc. Die finanzielle Unabhängigkeit einer Organisation für die Aufrechterhaltung ihrer Infrastruktur ist ein wichtiges Kriterium für deren Unterstützung. Ein Ausbleiben der Zuwendungen seitens Aids Life darf nicht zum Zusammenbruch der Organisation führen!

Keine Substituierung öffentlicher Mittel
Das österreichische Gesundheitssystem kommt seiner Verantwortung gegenüber Menschen mit HIV und Aids im medizinischen sowie im Bereich der Prävention und Aufklärung weitestgehend nach. Keinesfalls dürfen aber Zuwendungen durch Aids Life öffentliche Mittel substituieren, was einer Entlassung der Öffentlichkeit aus ihrer Verantwortung gegenüber den Betroffenen gleichkäme.


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