17. Februar 2010 08:42

Kopfweh, Fieber 

Listerien-Erkrankung ähnelt Grippe

Symptome wie hohes Fieber, Kopfweh, Übelkeit und Erbrechen treten auf.

Listerien-Erkrankung ähnelt Grippe
© sxc

Eine durch Listerien hervorgerufene Erkrankung ähnelt in der Regel einer normalen Grippe und kann nur mittels speziellen Untersuchungen diagnostiziert werden. Von den Bakterien (Listeria monocytogenes) wird vor allem das Gehirn befallen, erklärte Egon Marth, Leiter des Instituts für Bakteriologie an der Medizinischen Universität Graz. Es tritt eine Enzephalitis mit Symptomen wie Kopferschmerzen, hohem Fieber, Übelkeit und Erbrechen auf.

Symptome wie bei Grippe
Das Problem: Das Krankheitsbild einer Listeriose ähnelt damit einer gewöhnlichen Influenza und kann auf den ersten Blick nicht davon unterschieden werden. "Das ist sicherlich schwer und obliegt dem Können des Arztes", so Marth. "Da muss man immer den 'worst case' annehmen." Der konsultierte Mediziner müsse nachforschen und konkret nach einer Listerien-Infektion suchen: "Das heißt, man muss daran denken, dass so etwas auftreten kann."

Risiko-Gruppen
Wichtig ist dies laut Marth aber nicht bei jedem potenziellen Grippe-Patienten, sondern nur bei bestimmten Risikogruppen. "Einem gesunden Menschen passiert in der Regel beim Kontakt mit Listerien gar nichts", betonte der Bakteriologe. "Grundsätzlich wird der Körper damit fertig." Die Erreger seien ausschließlich für deutlich immungeschwächte Personen gefährlich. Auf eine Listeriose sollte ein Arzt daher Patienten nach Transplantationen sowie Neugeborene untersuchen. Ein leichtes Risiko bestehe auch für Schwangere und kränkliche Senioren.

Medikamente
"Die Immunsuppression muss tiefgreifend sein, zum Beispiel durch die Einnahme von Medikamenten", erklärte Marth. Der Haken an der Sache: Genau jene Personengruppen sind auch für Influenza-Infektionen besonders anfällig. Bei einem Verdachtsfall gibt es verschiedene Nachweismethoden wie zum Beispiel die Konzentration der weißen Blutkörperchen. Bei einer entsprechenden Symptomatik ist laut Marth eine Entnahme von Nervenflüssigkeit aus der Wirbelsäule die sicherste Diagnosemethode (Liquorpunktion).

Keine Rohmilchprodukte
Um eine Listeriose zu vermeiden, sollten Risikopersonen generell nur pasteurisierte Milch verzehren und auf potenziell gefährliche Lebensmittel wie Räucherfisch und rohes Fleisch ganz verzichten. Als Auslöser schlechthin gelten Rohmilchprodukte, betonte Marth. Bei Käsen dieser Sparte befinden sich die Bakterien meist knapp unter der Rinde. Wird diese weggeschnitten, sinkt das Infektionsrisiko enorm. Die Gefahr durch rohes Fleisch sei dank der Kontrolle österreichischer Produkte mittlerweile eher zu vernachlässigen.

Punkto Zubereitung gilt die strenge Trennung von unterschiedlichen rohen Lebensmitteln als wichtigste Präventionsmaßnahme, so Marth. Dass Fleisch auf einem anderen Arbeitsplatz zubereitet wird wie Gemüse, sei in Restaurantküchen Standard. Dadurch könne ausgeschlossen werden, dass ungekochte Produkte wie Salat kontaminiert werden. Schwangere sollten generell nichts Rohes verzehren, in erster Linie um eine Toxoplasmose auszuschließen.


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