18. Dezember 2008 10:16

Bei Frauen 

Lustlosigkeit häufigstes sexuelles Problem

Eine aktuelle Studie zeigt, dass sexuelle Lustlosigkeit das häufigste sexuelle Problem bei Frauen darstellt.

Lustlosigkeit häufigstes sexuelles Problem
© getty
Lustlosigkeit häufigstes sexuelles Problem
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Die Ergebnisse der PRESIDE-Studie, der größten Studie zur Häufigkeit von Sexualstörungen bei Frauen, belegen, dass ein vermindertes sexuelles Verlangen das häufigste sexuelle Problem bei Frauen im Alter ab 18 Jahren darstellt.1 In der Zeitschrift Obstetrics & Gynecology (Green Journal) wurden die Ergebnisse dieser neuen Untersuchung an mehr als 31.000 Frauen veröffentlicht. In der Studie berichtete etwa eine von zehn Frauen über vermindertes sexuelles Verlangen verbunden mit persönlichem Leidensdruck. Die medizinische Bezeichnung hierfür ist HSDD (Hypoactive Sexual Desire Disorder).1)

Kein Verlangen
HSDD wird im Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM-IV) der US-amerikanischen Gesellschaft für Psychiatrie folgendermaßen definiert: Vermindertes sexuelles Interesse oder Verlangen, fehlende sexuelle Gedanken oder Fantasien bzw. das verminderte Verlangen nach sexueller Aktivität. HSDD verursacht einen ausgeprägten Leidensdruck oder ernste Beziehungsprobleme und kann nicht einer medizinischen Erkrankung oder einem Medikament zugeschrieben werden.2) Es handelt sich um eine gesundheitliche Störung, die sehr häufig nicht oder falsch diagnostiziert wird.3)

Jede achte Frau
"Ärzte, die bei Frauen sexuelle Probleme diagnostizieren und diese behandeln, sollten zunächst das Ausmaß des damit verbundenen Leidensdrucks beurteilen", betonte Dr. Jan L. Shifren, Autorin und Direktorin des "Menopause Programme" der Vincent Geburtshilfe und Gynäkologie-Abteilung des Massachusetts General Hospital in Boston, USA. "Generelle sexuelle Schwierigkeiten mit hohem Leidensdruck wurden bei etwa jeder achten Frau festgestellt. Daher sollten Ärzte ihre Patientinnen nach sexuellen Problemen fragen und erheben, ob diese zu Unzufriedenheit, Frustration oder anderen Empfindungen führen, die ihre Lebensqualität negativ beeinflussen."

Ergebnisse der PRESIDE-Studie
In der PRESIDE-Studie berichteten 44,2 Prozent der Frauen, dass sie unter sexuellen Problemen leiden.1) Am häufigsten wurde von 38,7 Prozent der Befragten vermindertes Verlangen genannt1. Erregungs-(26,1 Prozent) und Orgasmusstörungen (20,5 Prozent) traten seltener auf.1 Von allen teilnehmenden Frauen berichteten 22,8 Prozent, dass sie persönlich stark unter ihren sexuellen Problemen leiden würden.1) Mangelndes sexuelles Verlangen war für zehn Prozent der Befragten das häufigste Problem und verursachte damit doppelt so oft einen Leidensdruck wie Erregungsstörungen (5,4 Prozent) oder Orgasmusprobleme (4,7 Prozent).1) Von vermindertem Verlangen und daraus resultierendem Leidensdruck waren Frauen aller Altersklassen betroffen, häufiger jedoch Frauen im mittleren Lebensalter.

Sexuelle Probleme
Charakteristisch für die weibliche sexuelle Dysfunktion sind sexuelle Probleme, die einen persönlichen Leidensdruck auslösen. Zur Beurteilung dieses Leidensdrucks wurden zwei validierte Befragungsmethoden eingesetzt: Der Fragebogen zu Veränderungen in der sexuellen Funktionsfähigkeit (Changes in Sexual Functioning Questionnaire - CSFQ-14), ein validiertes Instrument mit 14 Fragen, mit dem die Befragten ihr aktuelles sexuelles Verhalten und ihre Probleme anhand einer Fünf-Punkte-Skala selbst einschätzen konnten.1) Außerdem kam die Skala zur Messung des sexuellen Leidensdrucks von Frauen zum Einsatz (Female Sexual Distress Scale - FSDS), ebenfalls ein validiertes Instrument mit zwölf Fragen zur Beurteilung des Befindens der Frauen betreffend Sexualleben, Schuldgefühlen, Frustration, Stress, Beunruhigung, Ärger, Verlegenheit sowie Unzufriedenheit während der vorangegangenen 30 Tage.1)

Foto: (c) Getty Images


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