16. November 2008 12:37

Psychologie 

Macht Geld glücklich?

Glück und Geld. Unser Umgang mit Finanzen hat Auswirkungen auf die Seele und umgekehrt.

Macht Geld glücklich?
© Getty Images
Macht Geld glücklich?
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Sie träumen davon, reich zu sein? Mit diesem Wunsch sind Sie nicht allein: Für die einen bedeutet Reichtum ein Leben in Luxus, für andere die finanzielle Sicherheit. Manch einer möchte sich einen großen Traum erfüllen und andere brauchen für bestimmte Projekte viel Kapital. „Was auch immer Ihre finanziellen Wünsche sind – der Weg dorthin ist mit der richtigen Denkweise möglich“, ist sich der Autor und Psychotherapeut Rüdiger Dahlke sicher. In seinem neu erschienenen Buch Die Psychologie des Geldes deckt er jene Gesetze auf, nach denen der Geldfluss funktioniert, gibt Tipps zum richtigen Umgang mit Geld und zeigt, wie Sie zur Qualität des Lebens und zu einem entspannten Verhältnis zum Geld zurückfinden. MADONNA verrät die besten Tipps aus dem Ratgeber.

Gesetze
Rüdiger Dahlke unterscheidet zwei Gesetze, nach denen der Geldfluss funktioniert: das Resonanzgesetz und das Polaritätsgesetz. „Wer diese Gesetzte berücksichtigt, gewinnt sein Geld mit Leichtigkeit“, erklärt der Erfolgsautor. Das Resonanzgesetz besagt etwa, dass alles was passiert, die Folge aus unseren Handlungen ist. So wird ein Mensch, der ständig nur seine Arbeit wechselt, ohne sich selbst zu ändern, so lange vom „Regen in die Traufe“ kommen, bis er seine Verantwortlichkeit erkennt. Es funktioniert aber auch in positiver Weise: Viele reich gewordene Unternehmer berichten, wie schwer zu erarbeiten die erste Millionen gewesen sei, wie die weiteren Millionen dann aber schon fast nebenbei kamen. Denn das Resonanzgesetz spiegelt quasi das wieder, was man selber ausstrahlt.

Vorsicht
Mindestens so viel Kraft hat aber auch das Polaritätsgesetz: „Es sorgt dafür, dass sich Entwicklungen oft in ihr Gegenteil umschlagen“, so der Experte. Wer etwa sein Leben nur dem Ziel von Reichtum widmet und dieses auch durchgesetzt hat, muss damit rechnen, dass er über die Nichtbeachtung des Polaritätsgesetzes Armut erntet – möglicherweise auch auf einer anderen, psychischen Ebene. Das Polaritätsgesetz sollte immer im Auge behalten werden, da es sich sonst mit Nachdruck Wirkung verschafft.

Geld und Gefühle
Geld dient nicht selten als Ersatz für Liebe, sogar über den Tod hinaus – in Form von Erbschaften. Finanzielle und liebevolle Zuwendung kommen sich in der modernen Welt nahe und können sich offenbar ersetzen. Tragisch ist es, wenn Eltern auch zu Lebzeiten nur diese Form kennen, ihre Liebe über finanzielle Zuwendung zu zeigen. Jedoch: „Wenn Kinder das akzeptieren, ist es immerhin eine Form von Liebe und viel besser als keine Zuwendung“, so Dahlke. Dass etwa Zeugnisnoten mit Geld belohnt werden, ist längst üblich geworden. Dahinter steht auch der Gedanke: Ich bin stolz auf dich und hab dich lieb. „Die Gier nach Geld, ist ebenfalls oft Ersatz für die Liebe“, erklärt der Experte. Dahinter steht meist die Vorstellung, dass der, der viel Geld besitzt, sich alles – auch die Liebe – kaufen kann und schließlich geliebt und verehrt wird. In Wirklichkeit wird er aber Opfer des Neides, jener negativen Form von Zuwendung, die in vielem die Karikatur der Liebe darstellt.

Materielle Sorgen
„Alle Angst wird auf der Seelen­ebene erlebt, Existenzangst jedoch meist nur auf materieller Ebene bearbeitet“, weiß Experte Dahlke. Und weiter: „Durch anstrengendes Anhäufen von Geld versuchen Betroffene, sich Angstfreiheit zu verdienen.“ Auch wenn das ersparte Geld genug wäre, wird weitergemacht. Das eigene Leben wird auf ferne Zukunft verschoben, wo das Geld dann eben reichen soll. „Die Idee, dass das Leben erst dann losgeht, sobald genug verdient sei, raubt diesen Menschen viele Lebensjahre und manchen das ganze Leben“, weiß Rüdiger Dahlke. Motto: „Morgen fange ich zu leben an.“ Die Wirklichkeit ist: Auch wenn man sich noch so bemüht und finanziell längst abgesichert ist – Geld alleine kann das Leben nie mit Glück erfüllen.

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Rüdiger Dahlke gibt Tipps

Falsche Sicherheit
Die meisten Menschen wählen lieber Unglück als Unsicherheit. Versuchen Sie es lieber umgekehrt: Unsicherheit bietet letztlich die besseren Chancen.

Ängste
Wovor wir am meisten Angst haben, das sollten wir am dringendsten tun, um uns zu entwickeln und Erfolg zu haben.

Tolle Pläne
Wählen Sie große Ziele. Wichtig: Hüten Sie sich davor, die Konkurrenz zu über- und sich selbst zu unterschätzen!

Konzentration
Vermeiden Sie Multitasking. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Sie viel besser fahren, wenn Sie die Dinge hintereinander erledigen.

Grenzen setzen
Zu viel und zu oft von allem, was Sie mögen, wird zu dem, was Sie gar nicht mögen. Das gilt in Bezug auf Essen, Zeit oder Geld.

Immer Neues lernen
Lernen Sie ein Leben lang und bleiben Sie neugierig wie ein kleines Kind. Das wird Ihren Lebenserfolg verbessern, aber vor allem dem ­Leben viel mehr Qualität geben.

Neue Ideen
Schwimmen Sie gegen den Strom. Versuchen Sie, Ihre eigenen Wege zu gehen. Was andere tun, muss für Sie nicht das Richtige sein.

Fehler
Nur wer gar nichts tut, macht keine Fehler. Machen Sie ruhig Ihre Fehler – aber jeden nur einmal. Und: Lernen Sie daraus!

Aussortieren
Wenn etwas nicht gut für Sie ist, lassen Sie es sein. Das gilt für Informationssendungen, Filme, Vorträge, Bücher, Freunde und vieles mehr.

Kein Hochmut
Vergessen Sie allen Stolz und geben Sie Dinge auf, die nicht funktionieren! Stolz muss man sich leisten können – er kostet viel Geld.

Fitness
Sorgen Sie dafür, dass Sie körperlich, seelisch und geistig fit sind. Ernähren Sie sich gesund und betreiben Sie Sport.

Frechheit siegt
Fragen Sie nicht um Erlaubnis, sondern bitten Sie lieber später um Entschuldigung. Wenige Menschen wagen es, Ihnen Steine in den (Karriere-)Weg zu legen, wenn Sie schon unterwegs sind.

Ruhezeit
Schützen Sie sich vor ständigen Störungen über Handy oder E-Mails. Leisten Sie sich Zeiten, die absolut frei davon sind.

Verantwortung
Machen Sie sich klar: Der Begriff „verantwortlich sein“ hat nichts mit „schuldig sein“ zu tun. Übernehmen Sie daher Verantwortung, wo immer sich eine Gelegenheit bietet. Sie müssen schon selbst etwas tun, um Ihren Erfolg und Ihre Position zu fördern.

Cool bleiben
Viele Menschen verbringen Ihr Leben damit, sich negative Gedanken über die Zukunft zu machen. Wahr ist: Es gibt viele Gründe, sich zu sorgen. Doch das meiste davon tritt nicht ein.

Buchtipp: Die Psychologie des Geldes von Rüdiger Dahlke. Nymphenburger-Verlag um 15,45 Euro

Foto: (c) Getty Images


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