31. Jänner 2008 09:00

Studie 

Medikamente verhindern HIV-Übertragung

Aids-Patienten übertragen HI-Virus nicht, wenn sie sich einer Kombinationstherapie unterziehen. Aids-Initiativen kritisieren Ergebnisse.

Medikamente verhindern HIV-Übertragung
© stock xchng

Mehrere Studien haben ergeben, dass Aids-Patienten auch bei ungeschütztem Sex den HI-Virus nicht übertragen, wenn sie sich einer sogenannten Kombinationstherapie unterziehen. Wie die Kommission für Aidsfragen der Schweiz bei der Vorstellung eines Berichts erläuterte, kamen vier Untersuchungen zu dem Schluss, dass nach einer mindestens sechs Monate langen Behandlung mit antiretroviralen Medikamenten keine Ansteckungsgefahr mehr bestehe.

Regelmäßige Behandlung
Laut der Kommission ergab eine zwischen 1990 und 2003 in Spanien erfolgte Studie mit 393 heterosexuellen Paaren, dass die HIV-positiven Partner ihre Krankheit nicht übertrugen. Drei ähnliche Studien in Brasilien, Uganda und bei Schwangeren kamen zu demselben Ergebnis. In Brasilien steckten sich den Angaben zufolge jedoch sechs Menschen an, weil sich ihre Partner nicht regelmäßig der Behandlung unterzogen.

Aids-Initiativen kritisieren Studie
Gesundheitsbehörden und Aids-Initiativen kritisierten die Studien, da sie homosexuelle Paare nicht berücksichtigten. Der französischen Stiftung Act Up zufolge betreffen die Ergebnisse nur eine kleine Zahl der Betroffenen. "Wir haben nicht das Gefühl, dass der wissenschaftliche Beweis schlüssig ist", sagte Roger Peabody von der in London ansässigen Aids-Stiftung Terrence Higgins.


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