01. April 2009 10:29

Meningokokken 

Neue Impfaktion in den Apotheken

Hirnhautentzündung bei Jugendlichen weiter auf dem Vormarsch. Impfen schützt!

Neue Impfaktion in den Apotheken
© Getty Images

Erst vor wenigen Tagen wurde ein 16-jähriger Bursch aus dem Innviertel mit der Diagnose eitrige Hirnhautentzündung auf der Intensivstation des Krankenhauses eingeliefert, wenige Tage zuvor ist ein 19-jähriger Grundwehrdiener aus Vorarlberg an Hirnhautentzündung erkrankt. In beiden Fällen sind Meningokokken-Bakterien die Verursacher der schweren Erkrankungen. Meningokokken. Hinter dieser sperrigen Bezeichnung steckt für zahlreiche Jugendliche Jahr für Jahr ein Todesurteil.

Hohe Sterblichkeit bei Jugendlichen
An Meningokokken erkranken nicht viele Menschen, allerdings verläuft die Krankheit äußerst dramatisch. In erster Linie sind Kinder und Jugendliche von dieser heimtückischen Infektion betroffen, die zu Hirnhautentzündung, Blutvergiftung und im schlimmsten Fall sogar zum Tod führen kann. Die Erkrankung kann so schnell verlaufen, dass selbst eine intensivmedizinische Behandlung den Tod oder bleibende Folgeschäden nicht verhindern kann. Im Jahr 2008 sind in Österreich 95 Personen an Meningokokken erkrankt. In 10 Fällen führte die Erkrankung zum Tod. Die Sterblichkeit ist bei Jugendlichen deutlich höher als bei Kleinkindern. Es sind zwar nur 21 Prozent der Erkrankten zwischen 15 und 24 Jahre alt, 40 Prozent davon bezahlen diese Infektion allerdings mit dem Tod.

Wichtiger Beitrag der Apotheken
Gegen die Meningokokken-B-Erreger gibt es noch keinen Impfstoff. Viele Meningokokken-Erkrankungen wären allerdings vermeidbar, weil gegen Meningokokken-C ein gut verträglicher Impfstoff erhältlich ist. Aus diesem Grund bieten die Apotheken von 1. April bis 30. September eine breit angelegte Impfaktion an. Während des Aktionszeitraumes klären die Apothekerinnen und Apotheker verstärkt über die Gefahr von Meningokokken auf und geben den Impfstoff verbilligt ab. "Ich danke den Apothekerinnen und Apothekern für diese wichtige Impfaktion, die einhergehende Aufklärung und Beratung der Bevölkerung und ihren Einsatz für die Gesundheit der Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher", so Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer. Die Impfstoffe gegen Meningokokken-C werden auf Grund der Dramatik der Krankheit heuer besonders günstig angeboten, um eine höhere Durchimpfungsrate zu erreichen. Sie kosten im Aktionszeitraum 43 Euro und sind in allen Apotheken erhältlich (Normalpreis 51,85 und 55,30 Euro). Dieser gut verträgliche und hoch wirksame Impfstoff kann bereits Säuglingen verabreicht werden.

Viele Jugendliche tragen Meningokokken-Erreger in sich. Diese können nur von Mensch zu Mensch übertragen werden, zum Beispiel durch Küssen, Anschreien, Anhusten oder gemeinsames Benutzen von Trinkgläsern. Die Bakterien leben im Nasen-Rachen-Raum von etwa jedem dritten Teenager, ohne dass diese "Träger" selbst erkranken. Allerdings können sich andere bei Ihnen anstecken und krank werden. "Jede einzelne Erkrankung an Meningokokken-C ist tragisch. Ich empfehle deshalb allen Eltern, ihre Kinder gegen Meningokokken-C impfen zu lassen," begrüßt Dr. Julia Röper-Kelmayr, SP-Gesundheitssprecherin im OÖ Landtag die Aktion der Apothekerkammer. Als Ärztin betont sie, dass im Verdachtsfall einer Meningokokkeninfektion unverzüglich ein Arzt zu konsultieren ist, da der Erkrankungsfall eine sofortige antibiotische Behandlung erfordert.

Impfung gegen Meningokokken-C: einfach und wirksam
"Impfen ist die einfachste und günstigste Vorsorgemaßnahme, die effektiv Leben rettet. Wir sehen es als unsere gesundheitspolitische Aufgabe, Impfaktionen zu unterstützen", so Mag.pharm. Thomas Veitschegger, Präsident der Apothekerkammer Oberösterreich.

Jugendliche ab dem 11. Lebensjahr benötigen lediglich eine Impfdosis, um geschützt zu sein. Der Österreichische Impfplan empfiehlt allerdings, dass bereits Kinder im 1. Lebensjahr gegen Meningokokken-C geimpft werden sollen. Für Kleinkinder gilt ein anderes Impfschema als für Jugendliche. Beginnt man im 2. Lebensjahr mit der ersten Impfung, so ist im 11. Lebensjahr eine Auffrischung notwendig. Beginnt man bereits im 1. Lebensjahr mit der ersten Impfung, so sind in Summe noch drei weitere Auffrischungen erforderlich.


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