26. März 2009 10:23

Konsument-Test 

Metabolic Balance Diät zu unausgewogen

"Konsument" testete neue Abnehmmethode: Diätplan und Lebensmittelauswahl teuer.

Metabolic Balance Diät zu unausgewogen
© sxc

Die Diät ist in aller Munde. Sie verspricht eine schnelle Gewichtsreduktion, gerade richtig, um in der Frühlingszeit überflüssige Kilos loszuwerden. "Metabolic Balance" (MB), erfunden von einem deutschen Mediziner, ist ein ganzheitliches Stoffwechselprogramm zur Gewichtsregulierung. Die Grundlage ist der persönliche Ernährungsplan, der aufgrund bestimmter Laborwerte erstellt und von Ärzten oder Ernährungsberatern begleitet wird. Grund genug für das Verbraucherschutzmagazin "Konsument" der Abnahmemethode auf den Zahn zu fühlen. Fazit: Man verliert zwar rasch an Gewicht, doch der langfristige Nutzen ist fraglich.

Rasch abnehmen
Hierzulande gibt es bereits 220 Mediziner, Ernährungsberater, Heilpraktiker und Fitnesstrainer, die als MB-Berater tätig sind. Zahlreiche Österreicher finden die Aussicht, rasch abzunehmen, das Gewicht dauerhaft zu halten und sich dabei gesund zu ernähren, motivierend und haben die Diät begonnen. "Konsument" hat vier Tester ins Rennen geschickt und sie vor einem Vierteljahr mit MB beginnen lassen.

Der Test
Drei der vier Testpersonen versprachen sich in erster Linie eine Gewichtsreduzierung und eine dauerhafte Umstellung ihrer Ernährungsgewohnheiten. Eine weitere Testperson erhoffte sich vor allem gesundheitliche Effekte, die in der MB-Werbung ebenfalls propagiert werden. Zwei Tester wiesen zu Beginn der Diät den sehr hohen Body-Mass-Index (BMI) von 32 auf. Da eine Diät für adipöse Menschen unbedingt unter ärztlicher Aufsicht erfolgen muss, wählten beide jeweils einen Arzt als Berater.

Erwartungen enttäuscht
Die Erwartungen der Testpersonen wurden jedoch enttäuscht, so "Konsument". Die beiden Ärzte erkundigten sich nicht einmal nach bestehenden Beschwerden und Krankheiten. Auch wurde den Testern nie die Frage gestellt, ob sie sich in medikamentöser Behandlung befinden. Über mögliche gesundheitliche Risiken der Diät wurden sie ebenso wenig aufgeklärt. Der nicht-adipöse Tester, der eine Ernährungswissenschafterin als Beraterin aufgesucht hatte, machte bessere Erfahrungen. Diese wies ihn auf gesundheitliche Risiken der Diät hin und erkundigte sich nach seinem Gesundheitszustand.

Speisenzubereitung
MB verspricht zwar, dass die Speisenzubereitung bequem und ohne großen Zeitverlust möglich sei, doch die "Konsument"-Testpersonen empfanden die Informationen zur Auswahl und Zubereitung der Speisen mehrheitlich als unbefriedigend. So enthielten die Speisepläne keine konkreten Serviervorschläge, sondern lediglich Mengenangaben zu verschiedenen erlaubten Lebensmitteln. Teilweise waren die aufgelisteten Produkte sehr teuer oder nur als Tiefkühlware erhältlich.

Große Disziplin gefragt
Auch die Einhaltung der Pausen zwischen den Mahlzeiten (mindestens fünf Stunden) bereitete den Testern Mühe. Vor allem zu Beginn der Diät hatten drei Testpersonen mit starker Müdigkeit zu kämpfen, zwei Tester froren häufig. Ebenso traten vereinzelt Kopfschmerzen auf. In allen Fällen stellte sich jedoch ein rascher Gewichtsverlust ein, dies lässt sich laut "Konsument" durch die erheblich reduzierte Kalorienaufnahme von deutlich unter 1.000 Kilokalorien erklären. Der Bedarf eines erwachsenen, im Berufsleben stehenden Menschen liegt bei ungefähr 2.000 Kilokalorien am Tag, für Diäten wird aus ernährungsphysiologischer Sicht empfohlen, 1.200 Kilokalorien nicht zu unterschreiten.

Nach 2 Monaten abgebrochen
Insgesamt nahmen unsere drei übergewichtigen Testpersonen zwischen neun und zwölf Kilo ab. Die Testperson, die keine Gewichtsreduzierung angestrebt hatte, verlor mit 6,5 Kilogramm deutlich mehr als die von der Beraterin prognostizierten zwei Kilogramm. Die Hoffnung auf die versprochene Verbesserung des Gesundheitszustandes (Schlafstörungen und Gelenkschmerzen) erfüllte sich jedoch während der gesamten Diätdauer nicht. Drei der Tester haben die Diät nach gut zwei Monaten abgebrochen, nur einer hält sich nach wie vor an den MB-Speiseplan.

Positive Aspekte
Fazit: Gut ist, dass der Speiseplan reichlich Obst und Gemüse sowie kalorienarme Getränke umfasst. Die Teilnehmer am Programm werden dazu angehalten, ihre Ernährungsgewohnheiten zu verändern. Ein rasch eintretender Gewichtsverlust motiviert die Teilnehmer zwar zum Weitermachen, die tägliche Energieaufnahme von weniger als 1.000 Kilokalorien ist jedoch viel zu gering. Die Bewegung ist kein fixer Programmpunkt. Sowohl das Programm selbst als teilweise auch der Einkauf der Lebensmittel ist relativ teuer. Eine rasche Gewichtsreduzierung ist durch Metabolic Balance zwar durchaus möglich, langfristig erscheint der Erfolg jedoch fraglich.


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