01. September 2010 09:17

Kopfweh-Auslöser 

Erstes Migräne-Risikogen entdeckt

Können Migräne-Patienten bald wirkungsvoller behandelt werden? Tipps gegen Schmerzen.

Erstes Migräne-Risikogen entdeckt
© Getty Images

Kopfweh-Gen. Erstmals haben Forscher ein Gen als Auslöser der Migräne identifizieren können. Der genetische Risikofaktor sitzt laut einer weltweiten Studie auf dem Chromosom 8.

Wichtige Schlüsselrolle?
Diese Genmutation verhindert, dass überschüssiges Glutamat aus den Synapsen des Gehirns entfernt wird. Die Anreicherung dieses Hirnbotenstoffs könnte demnach eine Schlüsselrolle für die Migräne spielen.

Migräne oder Kopfschmerz? So erkennen Sie den Unterschied

Risiko um ein Fünftel erhöht
Die Wissenschaftler um Aarno Palotie vom britischen Wellcome Trust Sanger Institute untersuchten das Erbgut von insgesamt 50.000 Probanden. Das Ergebnis: Die Genvariante "rs1835740" scheint das Migränerisiko um etwa ein Fünftel zu erhöhen. Dieses Gen ist vermutlich an der Regulierung des Nervenbotenstoffs Glutamat in Hirn beteiligt. Die Forscher gehen davon aus, dass es bei Migräne-Patienten zu einem Glutamat-Überschuss im Gehirn kommt, was zu einer Art Datenstau führt - dies verursacht die Kopfschmerzen.

Tipps gegen den Tsunami im Kopf
Jeder zehnte Österreicher leidet an Migräne. Neben einer genetischen Veranlagung können Stress, Schlafmangel, zu grelles Licht oder ein Wetterumschwung Auslöser sein. Aber auch Verspannungen können zu den typisch pochenden Kopfschmerzen führen. In dem Fall schaffen Übungen der Feldenkrais-Methode Abhilfe.

Übungstipp
Setzen Sie sich bequem auf einen Sessel: Der Rücken ist gerade. Runzeln Sie nun bewusst die Stirn und ziehen Sie diese mit den Händen nach unten. Pause einlegen. Den Kopf ein paar Mal von rechts nach links drehen und den Vorgang noch einmal wiederholen. Kurz aufstehen und lockern. Weitere, wirksame Erste-Hilfe-Tipps für akute Migräneanfälle finden Sie hier:

1. Angenehme Düfte
Setzen Sie Ihre Duftlampe ein: Mit einer Mischung aus Rosmarin-, Basilikum- und Pfefferminzöl wird der Kopf frei.

2. Massage
Verreiben Sie einige Tropfen Pfefferminzöl auf den Handflächen. Dann die Hände auf die Stirn legen und die Augen schließen.

3. Ayurveda-Tee
Salbei, Koriander und etwas Pfeffer mit kochend heißem Wasser übergießen und zehn Minuten ziehen lassen. Fertig!

4. Hausmittel
Dunkle Räume, Eisbeutel auf der Stirn und etwas Ruhe sind ebenfalls wirksame Helfer bei akuten Attacken.


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