29. Oktober 2008 08:01

Brustvergrößerung 

Mit Skalpell zur Traumfigur

Fettabsaugung und Brustvergrößerung zählen zu den beliebtesten Schönheits-OPs. Alle Details zu den beiden Eingriffen.

Mit Skalpell zur Traumfigur
© getty
Mit Skalpell zur Traumfigur
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Schnell weg mit dem Speck: Die Fettabsaugung ist der weltweit am häufigsten durchgeführte Eingriff in der ästhetischen Chirurgie. „Es gibt sehr viele verschiedene Methoden, Fett abzusaugen. Sie unterscheiden sich hinsichtlich Dauer der Operation, in der Schmerzperiode nach dem Eingriff und wie viele blaue Flecken es gibt“, erklärt Edvin Turkof, plastischer Chirurg in Wien.

Beauty-Serie
Im zweiten Teil der MADONNA-Serie über Beauty-Ops stehen die zwei populärsten Eingriffe – Fettabsaugung und Brustvergrößerung – im Zentrum.

Fettabsaugungen kommen frühestens ab dem 18. Lebensjahr infrage. Chirurg Turkof praktiziert eine Methode, bei der eine Kanüle unter die Haut geschoben wird. Am anderen Ende wird ein Vakuum angelegt, sodass kleine Fettbröcklein abgesaugt werden können. Turkof: „Bei meiner Methode rotiert die Kanülenspitze dreidimensional. Das ist schneller und tut weniger weh.“ Pro Sitzung können maximal drei Liter reines Fett abgesaugt werden. Der Eingriff dauert – je nach abgesaugter Fettmenge – zwischen eineinhalb bis drei Stunden und kostet im Schnitt zwischen 3.000 und 4.000 Euro (etwa zur Absaugung von Reiterhosen oder Bauchfett). Die OP kann in Lokalanästhesie gemacht werden (Turkof: „Da geht man in der Regel am selben Tag nach Hause“), ansonsten reicht meist eine Nacht Spital-Aufenthalt.

Ergebnis nach wenigen Tagen
Die neuen Konturen sieht man schon nach zwei bis drei Tagen: „Und spätestens nach zwei bis drei Wochen hat sich alles normalisiert und man hat keine blauen Flecken mehr“, weiß Experte Turkof. Das größte Risiko bei einer Absaugung ist eine sogenannte Fettembolie: Dabei kann ein Fettbröckelchen über ein Gefäß zur Lunge gelangen und dort einen Infarkt produzieren. „Statistisch gesehen liegt das Risiko jedoch bei 1: 5.000. Ich mache seit 15 Jahren Fettabsaugungen und habe diese Komplikation noch nie gehabt“, so Turkof.

Und wenn man nach einer Absaugung wieder zunimmt?
„Dann kann es passieren, dass die an das abgesaugte Areal angrenzenden Regionen deutlich ansetzen, das abgesaugte Areal aber nicht“, informiert der Experte. Er empfiehlt daher eine Absaugung nur dann, wenn man das Gewicht, das man zum Zeitpunkt des Eingriffs hat, auch halten kann.

Neue Rundungen
Ob kleine Brüste angeboren sind oder durch Stillen verändert wurden: Man kann sie vergrößern und formen. „Vor jedem Eingriff wird die Brust genau ausgemessen“, erklärt Chirurg Turkof. Dementsprechend wählt der Chirurg anschließend die Form und Größe des Silikonimplantats aus. Bei der Platzierung gibt es drei Möglichkeiten: Unter die Brustdrüse (also über den Muskel), unter den Muskel oder halb über und halb unter den Brustmuskel. Bei der Schnittführung kann die Patientin zwischen Unterbrustfalte, Achselregion oder Warzenhof wählen: Die Narbe in der Unterbrustfalte verheilt ausgezeichnet und ist nach einem Jahr kaum mehr sichtbar. Wählt man den Zugang über die Achsel, bleibt die Brust unangetastet und ist „makellos“: Jedoch bleibt die Narbe in rasierten Achseln verräterisch. Die Narbe um den Warzenhof heilt zwar gut ab, hat jedoch den Nachteil, dass möglicherweise sensible Nerven zerstört werden. Die Brustvergrößerung findet unter Vollnarkose statt und dauert zwischen 45 und 90 Minuten. Die Kosten belaufen sich zwischen 5.000 und 7.000 Euro. Die Schmerzperiode nach dem Eingriff ist individuell verschieden: Manche Patientinnen sind schon am nächsten Tag schmerzfrei, andere brauchen wochenlang Schmerzmittel. Am sechsten Tag nach der OP wird der Verband gegen einen Stütz-BH ausgewechselt: Vier Wochen lang ist körperliche Schonung angesagt. Gibt es keine Komplikationen, müssen die Implantate zeitlebens nicht mehr gewechselt werden.

Krebsrisiko
Können Brustimplantate eine Krebsvorsorgeuntersuchung behindern oder gar das Krebsrisiko erhöhen? Turkof: „Die Antwort auf beide Fragen lautet: Nein. Bei der MR-Tomografie wie auch im Röntgen kann man mit Implantaten Brustkrebs so gut erkennen wie ohne. Und auch das Krebs-Risiko steigt nicht.“

Foto: (c) Getty Images


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