06. November 2008 09:44

Teezeit 

Mythen rund um den Tee

Früchtetee und Milch "beißen" sich und Grüner Tee darf nicht zu lange ziehen - Expertin räumt mit Mythen auf.

Mythen rund um den Tee
© sxc
Mythen rund um den Tee
© sxc

Tee hat ordentlich Power unter den Blättern - zumindest wird ihm das nachgesagt. Polyphenole wirken entzündungshemmend und lassen die Haut jung aussehen, Tee macht müde Geister munter und lässt Kilos purzeln - Mythen rund um das heiße Gebräu gibt es viele. Einige sind richtig, manche schlichtweg übertrieben. Martina Winter, Teebeauftragte beim Traditionshaus J.Hornig räumt mit einigen Märchen auf. Eines steht aber fest: Das Geheimnis steckt in der Zubereitung.

Die richtige Kanne
Schon die Wahl der falschen Kanne kann die Teeparty vorzeitig beenden. Metallgefäße sind für das Heißgetränk weniger geeignet. "Tee sollte aus einem bauchigen Glas oder einer schönen Kanne aus Glas oder Porzellan getrunken werden. Darin kann sich das Aroma am besten entfalten", sagte Winter. Für losen Tee verwendet man besser ein Sieb oder ein Filter, aber kein Teeei. Darin hat das Aroma kaum Entfaltungsspielraum.

Verfeinern Sie Ihren Tee
Milch kann den Tee verfeinern, wenn sie auf die richtige Sorte trifft. "Schwarztee wird mit Milch runder und süßlicher im Geschmack, auch zu Rotbuschtee - der streng genommen ja nur ein teeähnliches Getränk ist - passt Milch", erklärte die Expertin. "Mit Früchtetee geht Milch aber gar nicht, weil dieser säurehältig ist. Das beißt sich." Dafür passt Zitrone umso besser. Sie hebt den säuerlichen Geschmack der Früchte hervor. Auch Orangen eignen sich gut.

Zucker ist nicht gleich Zucker
Und auch Zucker ist nicht gleich Zucker. Nicht weißer, sondern brauner Zucker gehört in den Tee. "Der weiße kristallisiert und verändert den Geschmack, der braune hingegen stabilisiert und neutralisiert das Aroma", sagte Winter. Honig ist ideal für den Tee, weil er ein reines Naturprodukt ist und so den Geschmack noch unterstützt.

Die richtige Temperatur
Heikel wird es bei der Wassertemperatur und der Ziehdauer. Egal welche Sorte, es muss immer kochend heißes Wasser sein, dass über die Blätter gegossen wird. Nur bei Grüntee und Weißem Tee soll die Temperatur vorher auf 70 Grad abgekühlt werden. Je kalkhaltiger, umso schlechter für den Geschmack. "Kalk verfälscht", meinte die Teebeauftragte. Bei grünem Tee darf die Ziehdauer nicht länger als zwei bis drei Minuten betragen, sonst wird er bitter. Auch Schwarztee ist nach fünf Minuten "fertig". Früchte- und Kräutertees können ruhig acht bis zehn Minuten ziehen. Steht ein Tee zu lange und kühlt ab, können zu viele Gerbstoffe austreten und er wird ungenießbar.

Keinen Schwarztee am Abend
Grundsätzlich darf man Tee zu jeder Tages- und Nachtzeit trinken, vor allem Kräuter- und Früchtemischungen gehen immer. "Am Abend sollte man aber auf Schwarztee verzichten. Er wirkt aufpeitschend", sagte Winkler.

Zimt sorgt für Glücksmomente
Dass die belebenden Blätter Power haben, steht außer Zweifel. "Damit Polyphenole aber auf die Haut wirken, muss er über Jahre hinweg und regelmäßig getrunken werden", sagte die Expertin. Unumstritten hingegen ist die anregende Wirkung von Grün- und Schwarztee oder das Kalmierende des Rotbusch. Gegen trübe Winterstimmung helfen Tees mit Zimt, Kardamom, Anis oder Nelken. Auch Schokolade im Tee sorgt für Glücksmomente.

Märchen rund um Tee
Mit einigen Märchen rund um das Heißgetränk räumt Winter auf. Dass Schwarztee die Zähne gelb färbt, stimme laut Teeexpertin nicht. "Da müsse man schon über Jahre Unmengen davon trinken." Auch dass Beuteltee schlechter als offener Tee sei, ist nicht richtig. Er hat lediglich einen feineren Mahlgrad, er sei aber keineswegs minderwertiger. Oft passieren einfach Fehler bei der Zubereitung, weil man zu ungeduldig ist und ihn nicht lang genug ziehen lässt, meinte Winter. Tee entzieht dem Körper zwar Flüssigkeit, aber längst nicht so, wie es der Mythos sagt. "Dazu müsste man unmögliche Mengen trinken."

Foto: (c) sxc


Posten Sie Ihre Meinung Neu anmelden Login |