04. Dezember 2008 10:00

Stammzellen 

Neue Therapie bei Schlaganfällen

Neurochirurgen in Hannover entwickelten eine neue Behandlungsmethode für Schlaganfallpatienten.

Neue Therapie bei Schlaganfällen
© Photos.com
Neue Therapie bei Schlaganfällen
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Neurochirurgen in Hannover möchten Schlaganfall-Patienten künftig mit Stammzellen helfen. Die genetisch veränderten Zellen werden in einer Art Teebeutel in das geschädigte Gehirn transplantiert und sollen dort entzündungshemmend wirken. Der Leiter der Studie am International Neuroscience Institute (INI) in Hannover, Prof. Thomas Brinker, sprach von einer weltweit neuen Behandlungsmethode und einer Art "Arzneimittel-Fabrik im Kopf".

Erfolgreiche Operation
Ein erster Schlaganfall-Patient mit einer Hirnblutung, der Lähmungen im Gesicht und Sprachstörungen hatte, wurde erfolgreich operiert. Die Wirksamkeit der neuen Stammzell-Behandlung muss nun aber erst eine klinische Studie mit 20 Patienten zeigen.

Gesunder Spender
Die Stammzellen, die aus dem Knochenmark eines fremden, gesunden Spenders stammen, wurden in einer Zellbank milliardenfach gezüchtet. Danach werden sie verkapselt und bis zur Verwendung tiefgefroren. Nach einem Schlaganfall mit einer Hirnblutung werden 0,6 Millimeter große Stammzell-Kügelchen dann mit Hilfe eines kleinen Säckchens - eine Art Teebeutel - direkt in das Hirngewebe eingepflanzt.

Schutz für Nervenzellen
Die zuvor gentechnisch veränderten adulten Stammzellen setzen laut Brinker Eiweißstoffe frei, die die Nervenzellen schützen und die körpereigene Regeneration anregen. Zentral für die neue Behandlungsform ist es, dass die verkapselten Stammzellen in dem 1,5 mal 1,5 Zentimeter großen Säckchen nach zwei Wochen wieder aus der Blutungshöhle entfernt werden. Damit sollen mögliche Langzeitfolgen oder eine Abstoßung vermieden werden.

Behandlungserfolg
Allerdings können die Mediziner zum derzeitigen Stand ihrer Forschung noch nicht sagen, ob es speziell die Stammzell-Therapie war, die zum Behandlungserfolg bei ihrem Patienten geführt hat, oder die Operation an sich. Nun sollen zunächst weitere Patienten mit einer Hirnblutung nach einem Schlaganfall an der Studie teilnehmen.


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