04. Juni 2008 10:30

Keine Spritze 

Neues Mittel gegen Thrombosen erfolgreich

Vorteil: Einmal pro Tag eine Tablette zu schlucken statt einer Heparin-Injektionen.

Neues Mittel gegen Thrombosen erfolgreich
© sxc

Schon in nächster Zukunft könnte es ein völlig neues Behandlungsprinzip zur Vermeidung von venösen Thrombosen, zum Beispiel von Lungenembolien, nach chirurgischen Eingriffen geben: die einmal tägliche Einnahme von Rivaroxaban als Tablette statt der Injektion von Substanzen wie Heparin. Beim Jahreskongress der europäischen Gesellschaft für Unfallchirurgie und Orthopädie in Nizza wurden am Wochenende die Daten einer neuen Studie mit dem Medikament (Bayer Schering) präsentiert.

Einmalige Einnahme
In der "Record-4"-Studie wurde der Effekt einer zweimal täglichen Injektion von Heparin (je 30 Milligramm) und der einmaligen Einnahme des neuen und in Registrierung befindlichen Arzneimittels (30 Milligramm) nach Implantierung eines künstlichen Kniegelenks bei 3.148 Patienten verglichen. Das Ergebnis: Statt bei 10,1 Prozent kam es nur bei 6,9 Prozent der Kranken zu einem thromboembolischen Ereignis. Das war eine Verringerung um 31 Prozent. Das war statistisch signifikant.

Schlaganfall-Prophylaxe
Bei Rivaroxaban handelt es sich um einen direkten Hemmstoff des Blutgerinnungsfaktors Xa. Untersucht werden die Verwendungsmöglichkeiten der Substanz bei einer ganzen Reihe von Anwendungsmöglichkeiten, was die Verhinderung von Thrombosen angeht. Das könnte zum Beispiel auch die Prophylaxe von Schlaganfällen bei Patienten mit Herz-Vorhof-Flimmern sein. Der Wirkstoff wird von Bayer Schering in Zusammenarbeit mit dem US-Pharmakonzern Johnson & Johnson entwickelt. Der Vorteil liegt neben einer offenbar besseren Wirksamkeit auch in der einfachen Einnahmemodalität. Zusätzlich sind keine verschiedenen Dosierungen - zum Beispiel nach Körpergewicht - notwendig.


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