16. August 2010 17:24

Indischer Gift-Keim 

Österreich in Angst vor Super-Bakterien

Gegen den tödlichen Keim namens NDM-1 wirken keine Antibiotika.

Österreich in Angst vor Super-Bakterien
© APA
Österreich in Angst vor Super-Bakterien

„Diese Entwicklung war absehbar, wir warnen schon seit vielen Jahren“, sagt der Wiener Infektionsspezialist Univ.-Prof. DDr. Wolfgang Graninger vom AKH. Eine sich von Indien und Pakistan aus verbreitende Super-Bakterie, die gegen nahezu alle Antibiotika resistent ist, jagt derzeit vielen Österreichern Furcht ein.

In Belgien starb bereits ein Mann, der sich – wie von ÖSTERREICH berichtet – mit dem Gift-Keim infiziert hatte, aus Australien wurden am Wochenende drei neue Infektionsfälle gemeldet. Allein in Großbritannien wurde das Bakterium bei 37 Menschen nachgewiesen, die nach Operationen aus Indien oder Pakistan zurückgekehrt waren. Außerdem konnte der Keim auch in den USA, Australien, Kanada, Schweden und den Niederlanden nachgewiesen werden.

Einziger Lichtblick:
Bisher sind Ansteckungen nur in unmittelbarem Zusammenhang mit einer Operation in einer pakistanischen oder indischen Klinik bekannt. Deshalb raten Experten von den bei Amerikanern und Europäern beliebten Schönheits-OP-Reisen in diese Länder vorübergehend ab.

Schwer verträglich
Universitätsprofessor Graninger beruhigt aber: „Wir haben schon noch Wirkstoffe, die auch diese Keime in Schach halten, allerdings sind diese Mittel teilweise nicht gut verträglich. Sie werden etwa am AKH nur unter strengen Auflagen eingesetzt.“ Mitverantwortlich, dass sich überhaupt Resistenzen entwickeln, ist laut dem Wiener Infektionsspezialisten der allzu freizügige Umgang mit Antibiotika.

Britische Forscher von der Universität Cardiff warnten allerdings, der Keim berge Gefahr, „zu einem weltweiten Gesundheitsproblem zu werden“.


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