29. August 2007 11:40

Im Test 

Olivenöl enthält oft Schadstoffe

Verbraucherschützer schlagen Alarm: Untersucht wurde Olivenöl. Vielfach ist das im Handel erhältliche "Grüne Gold" mit Schadstoffen belastet.

Olivenöl enthält oft Schadstoffe
© APA

Salatliebhaber und Freunde der mediterranen Küche kommen nicht mehr ohne Olivenöl aus. Einen halben Liter verbrauchen die Österreicher pro Kopf und Jahr - Tendenz steigend. Grund genug, die im Handel erhältlichen Öle genauer unter die Lupe zu nehmen. Beim Test des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) erlebte man aber eine bittere Enttäuschung: Kein einziges Produkt wurde mit "sehr gut" oder "gut" bewertet. Die Gründe dafür sind Wärmebehandlung, Schadstoffe, krebserregende Weichmacher oder einfach schlechter Geschmack.

Gut gegen Cholesterin
Grundsätzlich genießt Olivenöl einen guten Ruf. Es senkt den Cholesterinspiegel und beugt Krankheiten vor - allerdings nur, wenn es von guter Qualität und damit frei von Schadstoffen ist. 18 handelsübliche Öle der höchsten Güteklasse "nativ extra" wurden vom VKI geschmacklich und chemisch untersucht. Die Hälfte der Flaschen erhielt jedoch wegen Verdachts auf Wärmebehandlung oder mangelnde Frische (zum Beispiel durch Umfüllung) kein Testurteil. Daher blieben nur mehr neun Produkte zur Bewertung übrig - und auch bei diesen stellten die Experten grobe Mängel fest.

Schadstoffe
Kein einziges Produkt war vollkommen frei von Schadstoffen. Negativer Spitzenreiter bei der chemischen Untersuchung war ein als Bio-Öl pur angepriesenes Produkt. "Bio ist keine Qualitätsgarantie", meint Franz Floss vom VKI. Genauso wenig ist ein hoher Preis Anzeichen für ein hochwertiges Öl. "Positiv für den Konsumenten: Er muss nicht zu teuren Produkten greifen, um eine gute Qualität zu erhalten." Testsieger - wenn auch nur mit dem Urteil "befriedigend" - ist "Altis" aus Griechenland. Vergleichsweise gut schnitten auch die Öle von "Mani", "Naturata" und "Iliada" ab.

Italienisches Olivenöl nicht aus Italien
Neben Schadstoffen und Weichmachern ist auch die Herkunftsbezeichnung ein großer Kritikpunkt für den VKI. Auf dem Etikett muss lediglich ein Verantwortlicher angegeben sein, nicht jedoch der Produzent selbst. "Italienisches Olivenöl" bedeutet daher nicht, dass das Öl auch tatsächlich aus Italien kommt.

Will man wirklich hochwertige Öle, testet man sich am besten selbst durch die verschiedenen Produkte. Chemische Schadstoffe sind für den Laien nicht nachweisbar, guter Geschmack jedoch schon. Riecht und schmeckt ein Öl deutlich fruchtig, bitter und scharf, ist die Qualität des Produktes meist auch in Ordnung. Hochwertigere Öle bekommt man eher im Feinkostladen als im Discounter.


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