21. August 2007 10:58

Knochenschwund 

Osteoporose: Unterschätzte Gefahr

Der erste Osteoporose-Bericht ist da. Bis zu 700.000 Menschen sind in Österreich betroffen, aber nur wenige in Behandlung.

Osteoporose: Unterschätzte Gefahr
© buenos dias

Weltweit dürften rund 250 Millionen Menschen an Osteoporose leiden. Nur etwa 20 Prozent der Betroffenen werden in den westlichen Industriestaaten dagegen behandelt. Bei dem Leiden handelt es jedoch um eine hoch gefährliche Massenerkrankung.

Knochendichte nimmt ab
Eine mit zunehmendem Alter abnehmende Knochendichte führt zunächst - etwa in einem Durchschnittsalter der Betroffenen von 65 bis 70 Jahren - zu Wirbeleinbrüchen. Die Folge sind oft chronische schwere Schmerzen und Invalidität. Das Durchschnittsalter von Kranken mit einem Schenkelhalsbruch liegt hingegen etwa zehn Jahre höher. Offenbar äußert sich der Knochenabbau zu unterschiedlichen Zeiten an unterschiedlichen Orten des Skeletts. Hinzu kommen Stürze als Auslöser von Schenkelhals- und Unterarmbrüchen.

Frauen öfter betroffen
Die größere Häufigkeit von osteoporotischen Frakturen bei Frauen erklärt sich aus zwei Gründen: Frauen haben eine höhere Lebenserwartung als Männer, deshalb gibt es mehr ältere Frauen. Osteoporotische Frakturen treten als Folge von Stürzen auf - und Frauen stürzen wesentlich häufiger als Männer. Das erklärt auch die viel größere Zahl von Unterarmbrüchen. Sie treten beim versuchten "Abfangen" als Abwehrreaktion auf.

Buchstäblich lebensgefährlich Brüche

  • 20 %der Opfer von Oberschenkelhalsbrüchen sterben. Daran sind Komplikationen nach der Operation schuld, die betagte Menschen besonders treffen.
  • 30 % bleiben behindert.
  • Nur 50 % der Patienten erlangen wieder jene Mobilität, die sie vor dem Unfall hatten.

Verminderung der Lebensqualität
Die Autoren des Österreichischen Osteoporose-Berichtes: "Osteoporose wird als Zivilisationskrankheit häufig unterschätzt, zumal sie oft nicht als lebensbedrohlich eingeschützt wird. Osteoporose und die häufig daraus resultierenden Frakturen bedeuten aber für Betroffene oft ein deutliche Verminderung ihrer Lebensqualität (...)."

Medikament reduziert Knochenabbau
Die Behandlungsmöglichkeiten bei der Osteoporose haben sich in den vergangenen Jahren deutlich gebessert. Während eine Hormonersatztherapie nach der Menopause zunehmend kritisch betrachtet wird, wurden in den vergangenen Jahren zunehmend die Bisphosphonate als Hemmstoffe des Knochenabbaus eingesetzt. Ein solches Medikament muss zum Beispiel nur noch ein Mal pro Jahr eingenommen werden.

Wichtige Facts zum Thema

070821-Osteoporose - schnitt


Posten Sie Ihre Meinung Neu anmelden Login |