13. Juni 2008 09:51

Freitag der 13. 

Pechtag oder Aberglauben?

Kein traditioneller Aberglauben, sondern Phänomen des 20. Jahrhunderts. Sind Sie abergläubisch?

Pechtag oder Aberglauben?
© sxc

Viele Menschen verlassen an einem Freitag den 13. ungerne das Haus oder fahren aus Angst vor einem Unglück besonders vorsichtig Auto. Beispiele für die Sorge, dass Freitag der 13. Unglück anzieht, gibt es viele. So musste der Stapellauf eines in der Kieler Howaldt-Werft gebauten Öltankers 1953 verschoben werden, weil das Datum nichts Gutes verhieß. In Amerika geriet ausgerechnet an einem solchen Septembertag 1869 der Goldmarkt ins Schlingern, und 1927 war es ebenfalls ein Schwarzer Freitag, an dem die Börse unter Druck kam.

Krankheit
Bei manchen Menschen geht die Angst sogar so weit, dass Schweißausbrüche und Nervenflattern einen normalen Tagesablauf unmöglich machen. Diese Menschen leiden unter der Krankheit "Paraskavedekatriaphobie".

Modernes Phänomen
Die Furcht vor Freitag, dem 13. entspringt jedoch nicht traditionellem Aberglauben, sondern ist ein modernes Phänomen des 20. Jahrhunderts. In alten Volkssagen sucht man vergeblich nach diesen kritischen Freitagen. Erst in modernen Erzählungen und Liedern taucht der angeblich unheilvolle Tag auf, etwa in der Ballade "Ankomme Freitag, den 13." von Reinhard Mey. Rein wissenschaftlich betrachtet, ist Freitag, der 13., ein Tag wie jeder andere. Genau 48 Mal in 28 Jahren kommt der als Unglückstag verschriene Tag vor. Insgesamt gibt es in diesem Zeitraum 1.471 Freitage. 336 Tage sind der 13. eines Monats, wie der Mathematikprofessor Eberhard Lanckau von der Technischen Universität Chemnitz vor einigen Jahren berechnet hat.


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