09. Juli 2008 09:44

Clever essen 

Pillen und Lebensmittel als Feinde

Aufpassen, was in den Mund kommt. Nicht jede Pille verträgt sich auch mit allen Lebensmitteln.

Pillen und Lebensmittel als Feinde
© getty

Dass Medikamente mitunter unerwünschte Nebenwirkungen haben können, ist bekannt. Weniger erforscht ist allerdings noch die Wechselwirkung von pharmazeutischen Substanzen und Nahrungsmitteln. Oder die Effekte von Medikamenten auf den Vitaminhaushalt.

Lebensmittel
So vertragen sich manche Antibiotika nicht mit Milchprodukten. Antibiotika sollten daher nur mit Wasser eingenommen werden. Milch, Käse und Joghurt erst frühestens zwei Stunden später essen. Andere Antibiotika wiederum, sogenannte Gyrasehemmer, vertragen sich nicht mit Koffein. Und Limonaden, die meist Citrate enthalten, sollten nicht zusammen mit Medikamenten gegen Übersäuerung des Magens getrunken werden.

Was nicht geht
Auch Mittel gegen Blutarmut verlieren ihre Wirkung, wenn sie zusammen mit Kaffee oder Tee eingenommen werden. Grapefruit und Bitterorange wiederum enthalten bestimmte Flavonoide, die nicht mit Blutdrucksenkern, Schmerz- oder Schlafmittel zusammen konsumiert werden sollten. Pharmafirmen warnen auch vor der Einnahme von Asthmamitteln, die Theophyllin enthalten, und dem Genuss von schwarzem Pfeffer. Und eine Studie zeigt: Auch Schwarztee, Grüntee, Walnuss, Himbeere, Eiche und Hamamelis vertragen sich nicht mit diesen Asthmamedikamenten.

Vitamin-Räuber
Umgekehrt bremsen einige häufig verordnete Medikamente die Aufnahme oder Synthese von Vitaminen , Mineralstoffen oder bestimmten Spurenelementen. Wer also regelmäßig Pillen schlucken muss, sollte etwaige Defizite mit der Ernährung ausgleichen. Oder mit Multivitaminpräparaten beziehungsweise Nahrungsergänzungsmittel dem Vitalstoffmangel vorbeugen.

Welche Vitamine dem Körper durch Medikamente fehlen könnten. Und: Mit welchen Lebensmittel Sie den erhöhten Bedarf an Vitalstoffen decken können.

Medikamente: Welche Mittel den Vitaminbedarf erhöhen können

Defizite auffüllen: Welche Vitamine dem Körper durch Medikamente fehlen könnten. Und: Mit welchen Lebensmittel Sie den erhöhten Bedarf an Vitalstoffen decken können.

Cholesterin: Statine senken einen erhöhten Cholesterinspiegel

Coenzyme Q10: Durch Statine erhöht sich der Bedarf an Q10. Es ist enthalten in Fleisch, Sardinen, Makrelen, Sojaöl, Brokkoli, Erdnuss.

Diabetes: Antidiabetika senken einen erhöhten Blutzuckerspiegel

Vitamin B12 /Folsäure: Antidiabetika mindern die Aufnahme! Vitamin B12: Fleisch, Huhn, Milch. Folsäure: Bohnen, Tomaten, Spinat.

Arthritis: NSAR wirken gegen Schmerz und Entzündung

Vitamin D: Schmerzmittel erhöhen den Bedarf an Vitamin D, enthalten in Lachs, Makrele, Thunfisch, Sardinen, Herring, Eier.

Depression: Antidepressiva erhöhen den Serotonin-Spiegel

B-Vitamine: Erhöhten Bedarf decken durch Vollkornprodukte, Eier, Fleisch, Milchprodukte, Hülsenfrüchte, Tofu, Fisch.

Sodbrennen: Antazida stoppen die Übersäuerung des Magens

Eisen, Zink, Kalzium: Daher mehr Erbsen, Nüsse, Mandeln, Kürbiskerne, Weizenkeime, Käse, Milch, Sonnenblumenkerne essen.

Pille: Hormone wirken auf bestimmte Vitamine

Folsäure/Vitamin B6 der Bedarf ist bei Einnahme der Pille erhöht: Leber, Hefe, Fisch, Milch, Mais, Soja, Grüngemüse, Spinat.


Posten Sie Ihre Meinung Neu anmelden Login |