09. Juli 2009 11:43

Symptome 

Pilzvergiftungen schnell erkennen

Arzneimittel können vor Schäden schützen.

Pilzvergiftungen schnell erkennen
© sxc

Herbst im Wald: Die Pilze sprießen. Fachleute warnen: Falls wirklich etwas schief geht, bei den ersten Symptomen von Unwohlsein sollte auf jeden Fall der Arzt gerufen werden. Es gibt nämlich - so der Wiener Apotheker Mag. Kurt Vymazal - durchaus Gegenmittel. Sie können Leberschäden, wie sie bei Vergiftungen auftreten, verhindern bzw. bessern.

Selbst passionierten Schwammerlsuchern sind nur die wenigsten der rund 2.500 verschiedenen Pilzarten bekannt. Die meisten so genannten Hutpilze sind ungenießbar, viele sind essbar, einige sind leider sehr giftig: Zum Beispiel der Knollenblätterpilz und der Nadelholzhäubling.

Vor allem der Knollenblätterpilz wird immer wieder mit essbaren Champignons oder jungen Parasolen verwechselt und verursacht oftmals tödliche Vergiftungen. Fliegenpilz, Pantherpilz und Speitäubling sind ebenfalls giftig, jedoch als gefährlich bekannt und landen deshalb nur selten im Kochtopf.

Die hauptsächlichen Symptome

  • Übelkeit
  • Bauchschmerzen
  • Schwitzen
  • Durchfall

Diese Anzeichen setzen bei vielen giftigen Pilzarten bereits wenige Minuten nach der Mahlzeit ein. Das ist zwar unangenehm, bei rechtzeitiger ärztlicher Behandlung aber meist bald vorbei.

Besonders gefährlich sind Vergiftungen durch Pilze, die erst nach Stunden oder Tagen wirken. Der heimtückische Knollenblätterpilz entfaltet seine Giftwirkung beispielsweise erst etwa ein bis zwei Tage nach der "Schwammerlmahlzeit". Dann wird der Zusammenhang zwischen Pilzmahlzeit und Übelkeit als Zeichen einer Vergiftung oft nicht erkannt. Beim orangefarbigen Hautkopf treten die Vergiftungen erst nach bis zu 14 Tagen auf.

Der wichtigste Ratschlag
Bei verdächtigen Symptomen möglichst rasch zum Arzt. Bemerkt man Übelkeit und Bauchschmerzen nach einem Schwammerlessen, sollte sofort ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden. Der Verdacht auf eine Vergiftung durch Knollenblätterpilz liegt dann nahe. Denn das Gift - Amanitin - zerstört die Leber. Das macht sich erst nach Tagen bemerkbar. Die Konsequenz: Wenn die Leber als Entgiftungsorgan kaputt ist, bricht der gesamte Stoffwechsel zusammen.

Als Behandlung gibt es das aus Pflanzen gewonnene Silibinin. Das Medikament aus der Mariendistel, schützt die noch funktionsfähigen Zellen der Leber vor dem Pilzgift. Das Toxin kann nicht in die Zellen eindringen. Deshalb muss rasch mit der Behandlung begonnen werden. Die Leber des Menschen hat ein erstaunliches Regenerationsvermögen. Durch die frühzeitige medikamentöse Therapie wird die Erholung erst möglich.


Posten Sie Ihre Meinung Neu anmelden Login |