29. August 2007 11:43

Studie 

Potenzmittel Viagra fördert die Treue

Viagra hat möglicherweise Einfluss auf den Hormonhaushalt und macht nicht nur potenter sondern auch treuer.

Potenzmittel Viagra fördert die Treue
© APA/Pfizer

Das Potenzmittel Viagra kann nicht nur die Erektionsfähigkeit steigern, sondern möglicherweise auch die Ausschüttung des sogenannten "Treuehormons" Oxytocin fördern. Zu diesem Schluss kommen amerikanische Forscher der Universität Wisconsin-Madison. Sie testeten die Wirkung von Viagra auf den Hormonhaushalt von Ratten und beobachteten einen Anstieg des Oxytocin-Spiegels. "Ich vermute, dass die Steigerung des Oxytocin lediglich eine Folge der erhöhten sexuellen Aktivität ist", zweifelt Sexualmediziner Georg Pfau im Gespräch mit pressetext an den Ergebnissen der Studie.

Stärkere Partnerbindung dank Oxytocin
"Oxytocin wird bei jeder Form der Zärtlichkeit ausgeschüttet - sowohl zwischen Mutter und Kind als auch in der Partnerschaft", erklärt Pfau. "Das Hormon fördert die Bindung zum Partner und ist ein Mittel der sexuellen Kommunikation. Ein Mangel an Oxytocin zeigt sich im Gefühl der Einsamkeit." Ein Medikament, dass die Ausschüttung des Hormons fördert, hält Pfau für nicht sinnvoll. "Der Mann soll das Oxytocin seiner Partnerin steigern und nicht sein eigenes."

Potenzmittel mit Mehrwert
"Die Ergebnisse sind ein Teil eines Puzzles, in dem noch viele Teile fehlen", räumt Meyer Jackson, Autor der Studie, ein. "Aber sie zeigen auf, dass Potenzmittel nicht nur die Erektionsfähigkeit eines Mannes beeinflussen." Im Rahmen der Studie war die Ausschüttung von Oxytocin bei Ratten beobachtet worden, denen zuvor Viagra verabreicht worden war. Auf den Menschen hätte das Medikament vermutlich dieselbe Wirkung, so Jackson. "Viagra steigert die Erektionsfähigkeit und nicht die Libido", ist sich Pfau sicher. "90 Prozent der Erektionsstörungen sind psychisch bedingt - die wenigsten haben organische Ursachen." Oft würde die Paardimension von sexuellen Problemen vernachlässigt. "Die eindimensionale Wirkung von Viagra ist für Sexualmediziner zu wenig. Wir sehen Sexualität als kommunikative Dimension der Partnerschaft und fragen nach den Ursachen der Probleme", so Pfau.


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