10. April 2009 08:48

Forderung 

Radhelmpflicht für Kinder bis 14 Jahre

29.100 Radfahrer verletzen sich jährlich, etwa ein Fünftel davon zieht sich Kopfverletzungen zu. Bei Kindern beträgt der Anteil der Kopfverletzungen sogar ein Drittel.

Radhelmpflicht für Kinder bis 14 Jahre
© sxc

Radfahren zählt nicht nur zu den beliebtesten Freizeitaktivitäten, sondern ist nach Schifahren und Fußballspielen jene Sportart mit den meisten Unfällen: Rund 29.100 Radfahrer verletzen sich jährlich beim Fahrradfahren so schwer, dass sie im Spital behandelt werden mussten. Jeder fünfte Verletzte (18%) zieht sich dabei Blessuren am Kopf zu. Besonders gefährdet sind Kinder unter 15 Jahren - in dieser Altersgruppe beträgt der Anteil der Kopfverletzungen rund ein Drittel (30%). "Aufgrund ihrer schwächeren Muskulatur und ihrer kindlichen Körperproportionen ist bei Kindern die Gefahr einer Kopfverletzung größer als bei Erwachsenen. Kinder bis 14 Jahre sollten daher immer mit Helm aufs Rad", sagt Dr. Anton Dunzendorfer, Leiter des Bereichs Heim, Freizeit & Sport im Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV). Das KfV empfiehlt eine Radhelmpflicht für Kinder bis 14 Jahre, die sicherstellt, dass die Jüngsten geschützt sind. Aber auch Erwachsene sollten mit gutem Beispiel vorangehen und egal ob auf dem Weg in die Arbeit oder in der Freizeit ihren Kopf eigenverantwortlich schützen, wenn sie sich aufs Rad schwingen.

Ein Helm schützt!
Risiko einer Gehirnerschütterung ohne Helm um die Hälfte höher Eine typische Kopfverletzung beim Radfahren ist die Gehirnerschütterung nach einem Aufprall, Schlag oder Sturz auf den Kopf. Je nach Schwere des Sturzes kann es auch zu einem Schädel-Hirn-Trauma oder gar tödlichen Unfällen kommen. "Derartige Verletzungen können durch das Tragen eines Helms deutlich reduziert werden. Die KfV-Freizeitunfallstatistik zeigt: Bei Radfahrern, die ohne Helm unterwegs sind, ist die Wahrscheinlichkeit eine Gehirnerschütterung zu erleiden um die Hälfte größer als bei Radfahrern, die ihren Kopf mit einem Helm schützen", weiß Dunzendorfer.

Worauf achten beim Helmkauf?
Alle Radhelme im österreichischen Sportartikelhandel entsprechen der ÖNORM EN 1078 - auch preisgünstige Modelle bieten ausreichenden Schutz. Der Unterschied zu teureren Modellen liegt vor allem im Tragekomfort, dem Design und der Funktionalität, beispielsweise bei sogenannten Kombi-Helmen, die für mehrere Sportarten benutzt werden können. Wichtig ist aber, dass der Helm gut sitzt. Nur wenn der Helm optimal an die individuelle Kopfform angepasst ist, schützt er richtig. Ideal sind Helme, die man auch im Bereich des Hinterkopfs verstellen kann. Ausreichend Luftschlitze verhindern einen Wärmestau. Kinder sollten beim Radhelmkauf mitentscheiden dürfen. Denn nur wenn der Helm gefällt, wird er auch gerne getragen.


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