21. September 2009 07:55

Studie zeigt 

Rauchen verdoppelt Tuberkulose-Risiko

Außerdem wird das Immunsystem geschwächt. Infektionsrisiko steigt.

Rauchen verdoppelt Tuberkulose-Risiko
© APA

Rauchen verdoppelt das Tuberkulose-Risiko. Normalerweise gelinge es der menschlichen Immunabwehr, das Mycobacterium tuberculosis nach einem ersten Kontakt erfolgreich zu bekämpfen, berichtet die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin. So erkrankten bei intaktem Immunsystem nur etwa zehn Prozent der Infizierten in den Industrieländern. Bei einer herabgesetzten Immunabwehr steige aber die Gefahr. Und zu dieser Risikogruppe zählten neben Krebspatienten, Diabetikern und HIV-Infizierten auch aktive Raucher.

Reinigungsfunktion beeinträchtigt
"Inhalatives Rauchen setzt die Reinigungsfunktion der Flimmerhärchen in der Atemwegsschleimhaut außer Kraft und verringert dadurch die Abwehrkraft bei Infektionen", erklärt der Generalsekretär des Deutschen Zentralkomitees zur Bekämpfung der Tuberkulose, Robert Loddenkemper. Wenn es der Immunabwehr nicht gelinge, die Tuberkulose-Erreger in sogenannten Granulomen abzukapseln und so ihre Vermehrung zu verhindern, könne es entweder direkt nach der Infektion zu einer Erkrankung kommen oder auch erst Jahre später zu einer sogenannten Reaktivierung führen.

Das Risiko einer Erkrankung sei dabei in den ersten zwei Jahren nach einer Infektion am höchsten, erklärt der Professor. Außerdem sei das TB-Risiko direkt davon abhängig, wie viele Zigaretten täglich seit wie vielen Jahren geraucht würden.


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