10. Juni 2008 09:37

Ekelhaft 

Salmonellen in jedem zehnten Schwein

Laut Schätzungen der europäischen Lebensmittelbehörde. So schützen Sie sich am besten vor Lebensmittelinfektionen.

Salmonellen in jedem zehnten Schwein
© sxc

In etwa jedem zehnten in der Europäischen Union geschlachteten Schwein befinden sich Salmonellen. Das berichtete die in Parma ansässige Europäische Lebensmittelbehörde (Efsa) aufgrund der Angaben aus 25 EU-Ländern. Die Bakterien lösen leichte bis schwere Magen-Darm-Erkrankungen aus. Salmonellosen gehörten zu den am weitesten verbreiteten Erkrankungen durch Nahrungsmittel in Europa. So seien 2006 mehr als 160.000 Menschen in Europa an Salmonellen erkrankt.

Kampf gegen Salmonellen
Die gesammelten Daten ergäben eine je nach Land stark unterschiedliche Häufigkeit von Salmonellen im Fleisch der geschlachteten Schweine. Die Studie soll der EU nun helfen, Ziele im Kampf gegen Salmonellen zu setzen. Salmonellen können unter anderem auch in Geflügel und dessen Produkten stecken. Meist genügt es, die Nahrung ausreichend zu erhitzen.

Immer Händewaschen!
Der buchstäblich beste Tipp in Sachen Verhütung von Lebensmittelinfektionen: Händewaschen nicht vergessen! Das gilt in allen Küchen, also natürlich auch privat. Auch alle Geräte müssen zwischen dem Umgang mit verschiedenen Lebensmitteln gesäubert werden.

Huhn und Salat
Im privaten Haushalt können Bakterien durch unreine Hände von Hausfrau oder -mann und Arbeitsmaterialien auf Lebensmittel verschleppt werden. Ein Beispiel dazu, wie es der Verein zur Förderung von Ernährungsinformationen anführt: Ein rohes Hendl wird auf einem Arbeitsbrett tranchiert. Unmittelbar danach schneidet man auf dem gleichen ungewaschenen Brett und ohne sich die Hände zu waschen einen Chinakohlsalat. Die Erreger kommen dadurch vom Huhn auf den Salat und vermehren sich bei Zimmertemperatur. Die Gäste werden über den Salat infiziert. Das Huhn hingegen wurde längere Zeit über 70 Grad gegart und stellt daher keine Gefahr mehr für eine Salmonellenvergiftung dar.

Exposition
Mikrobielle Kontaminationen von Lebensmitteln fallen in der Öffentlichkeit erst auf, wenn mehrere Menschen gleichzeitig daran erkranken. Restaurants und Kantinen liegen als Orte der Exposition erwartungsgemäß im Spitzenfeld. Aber auch in Kasernen, Altersheimen, Kindergärten, bei Familienfeiern und Grillfesten infizieren sich Menschen durch mikrobiell verunreinigte Lebensmittel.

Lebensgefährlich
Bei gesunden Erwachsenen ist für eine Salmonelleninfektion eine Keimbelastung von 10.000 bis 1,000.000 Keimen notwendig. Bei Säuglingen, Kleinkindern und Menschen mit geschwächtem Immunsystem reichen bereits Infektionsdosen unter 100 Keimen. Die Erkrankung kann bei diesen Personen lebensgefährlich verlaufen, weshalb sie ganz auf den Genuss von rohen Eiern, Fleisch und Fisch verzichten sollten.

Die wichtigsten Regeln zur Lebensmittelhygiene:

- Lebensmittel, die Salmonellen enthalten können (Geflügel, Wild, Fisch, Krusten-, Schalen- und Weichtiere), bei Temperaturen unter zehn Grad Celsius und getrennt von anderen Lebensmitteln aufbewahren sowie separat zubereiten.

- Auftauwasser von gefrorenem Geflügel und Gefrierfleisch sollte nicht mit anderen Lebensmitteln in Kontakt kommen.

- Geflügel, Fleisch und Fisch gut durchbraten, Faschiertes sollte am Tag der Herstellung verbraucht werden.

- Nahrungsmittel aus der Mikrowelle sollten gleichmäßig auf mindestens 70 Grad erhitzt werden.

- Speisen aus rohen Eiern sollten immer sofort verbraucht werden.

- Spezialfall Buffet: Heiße Speisen sollten dort dampfen, kalte bei vier bis sechs Grad aufbewahrt werden.

Magen- und Darminfektionen verursachende Bakterien und Viren wie Salmonellen, Campylobacter, Listerien oder Escherichia coli fühlen sich am wohlsten zwischen zehn und 60 Grad Celsius.


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