31. Oktober 2007 07:29

Naturmedizin 

Sanft und natürlich heilen

Antibiotikum muss nicht immer sein! Die Natur bietet wirkungsvolle Rezepte bei diversen Alltagsbeschwerden.

Sanft und natürlich heilen
© sxc

90 Prozent aller Rückenschmerzen klingen innerhalb von vier bis sechs Wochen von alleine wieder ab. In dieser Phase darf auf keinen Fall übertherapiert werden, damit die Schmerzen nicht chronisch werden. Zunächst sollte man versuchen, mit einfachen Mitteln die Schmerzen in den Griff zu bekommen. Zu natürlichen Heilmitteln zählen Teufelskralle (wirkt schmerzlindernd; Präparate gibt‘s als Tee, Salbe oder Tabletten in Apotheken) oder Arnika (erhältlich in Form von Salben für Massagen). Bei akutem Schmerz oder bei Entzündungen sollte man die betroffenen Stellen kühlen; bei chronischen Schmerzen sind Wärmebehandlungen (wie Bäder) ideal. Sollten sich die Beschwerden nach einer Woche nicht bessern, müssen Sie zum Arzt. Bei starken Schmerzen unabhängig von Körperposition und Bewegung, Fieber oder Taubheitsgefühlen ist sofortige ärztliche Hilfe notwendig. Das beste Mittel – auch vorbeugend – gegen Rückenschmerzen ist Bewegung. Die alte Verordnung von Bettruhe gilt nun als kontraproduktiv: Man kann sich nicht „gesund schonen“. Vorsichtige Aktivität ist auch bei Schmerzen ein Muss. Einzige nachhaltige Lösung für Rückenprobleme: Regelmäßiges Training und Dehnung der Muskulatur.

Die besten Naturmittel bei Stress und Erschöpfung
„Ein harmonisches Umfeld zu Hause sowie ein gesunder Arbeitsplatz mit schönen Farben und guter Luft tragen viel dazu bei, Stress zu reduzieren“, bestätigt die Wiener Psychotherapeutin Karin Neumann (Tel.-Nr.: 0676 / 7613898). Auch Ausdauersport baut Stresshormone ab und setzt Glücksbotenstoffe frei. Expertin Neumann: „Schon dreimal wöchentlich zwanzig Minuten bringen viel!“ Weitere schnell wirksame Anti-Stress-Tipps:

Atemübungen:
Tiefes Ein- und noch tieferes Ausatmen entspannt augenblicklich. Neumann: „Stellen Sie sich dazu noch schöne Bilder, etwa aus dem letzten Urlaub, mit allen fünf Sinnen vor.“ Entspannungsfördernd sind warme Vollbäder: Steigen Sie in eine Wanne mit 38 Grad heißem Wasser. Geben Sie Zusätze aus Baldrian oder Melisse dazu. Nach spätestens 20 Minuten raus aus der Wanne – und ab ins Bett!

Akupressur gegen Stress:
Drücken Sie mit dem linken Daumen den Punkt He 7 Shenmen: Er befindet sich auf der Beugefalte des Handgelenks, am linken äußeren Rand der Sehne.

Abschalten fällt schwer?
Bei Überaktivität mit nachfolgender Erschöpfung hilft die Einnahme von Schüßler Salz Nummer 8, Natrium Chloratum (erhältlich in Apotheken).

Lächeln Sie anderen Menschen zu! Expertin Neumann: „Ziehen Sie dabei die Mundwinkel richtig nach oben – das löst Anspannungen und erzeugt sofort Glücksgefühle!“

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SOS-Rezepte gegen lästige Harnwegsinfekte
„Ich neige zu kalten Füßen und laufe daher zu Hause meist mit dicken Socken herum – das ist die beste Vorbeugemaßnahme gegen Blasenentzündungen. Außerdem trinke ich täglich bis zu drei Liter Wasser“, erzählt Fernsehmoderatorin Onka Takats. „Perfekt“, lobt Medizinerin Doris Gapp, „so wird die Blase gut durchgespült und den Bakterien das Einnisten in die Harnröhre erschwert“.

Heiße Wickel
Im Akutfall erweisen sich auch feucht-heiße Auflagen auf dem Unterbauch als wohltuend schmerzlindernd: Ein gefaltetes Frotteetuch an beiden Enden fassen und in der Mitte in siedend heißes Wasser tauchen. Auswringen und vorsichtig (!) auf die schmerzende Region auflegen. Die trockenen Tuch-Enden zusammen falten und gemeinsam mit einem zweiten Handtuch als Wärmeschutz darüber legen. Mindestens 20 Minuten ruhen, bei Bedarf die Prozedur wiederholen.

Rückenschmerzen? Was sie dagegen tun können!
„Ich habe früher unter extrem starken Rückenschmerzen gelitten. Jede Art von Belastung ist mir sozusagen direkt ins Kreuz gefahren“, erinnert sich Wetterlady Onka Takats. Was ihr geholfen hat: Bewegung! „Seit der Geburt meiner Tochter Rosa vor sechs Jahren mache ich regelmäßig Sport, vor allem Laufen und Aerobic. Damit haben sich meine Rückenschmerzen deutlich verbessert“, freut sie sich.

Michael Riedl, Facharzt für Orthopädie und Primarius an der Klinik Pirawarth (NÖ) gibt ihr recht: „Ich rate jedem Menschen, der unter Rückenproblemen leidet, zu Bewegung. Vorbeugend, und auch bei Schmerzen. Man kann sich nicht gesund schonen“.

Selbsthilfe
Bei akutem Schmerz rät Riedl zur Kühlung der betroffenen Stelle: „Dazu werden Eiswürfel in einem feuchten Tuch oder Coolpads für zehn Minuten auf das Schmerz-Areal gelegt. Das drosselt die Durchblutung und entspannt die Muskeln.“ Wärme hingegen bewährt sich bei immer wieder kehrenden Schmerzen. In diesem Fall sind heiße Bäder (38,5 Grad) sowie Behandlungen mit Wärmeflaschen oder Infrarotlicht die bessere Wahl. „Hinter Rückenschmerzen stecken häufig auch seelische Probleme“, weiß Experte Riedl. Lösungsansatz: Fragen Sie sich, ob Ihnen die „Angst im Nacken“ sitzt oder welche Last Sie auf Ihren Schultern tragen.


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