19. Dezember 2008 10:40

Belastet 

Schadstoffe in Kinderspielzeug

"konsument.at": 24 von 44 untersuchten Produkten enthalten Problemsubstanzen.

Schadstoffe in Kinderspielzeug
© sxc
Schadstoffe in Kinderspielzeug
© sxc

Das Jahr 2007 war geprägt von Rückrufaktionen für Kinderspielzeug aufgrund von Schadstoffbelastungen. Eine stichprobenartige Untersuchung von "konsument.at" stellte damals kein gutes Zeugnis aus. Heuer hat das Onlineportal kurz vor Weihnachten erneut Plastikspielzeug getestet. Das Ergebnis: Insgesamt hat sich die Situation zwar ein wenig verbessert: Bei 20 von 44 Produkten konnte keiner der untersuchten Schadstoffe nachgewiesen werden. Dennoch: Einige Spielzeuge enthalten sehr hohe Dosen an Schadstoffen, wie etwa eine Puppe von Toys"R"Us.

Grenzwert überschritten
Chromate werden zum Färben von Kunststoffen verwendet, sie sind krebserregend und erbgutschädigend und können zudem Allergien auslösen. Bei einer "You & Me Regentag-Puppe" des US-Spielwarenkonzerns Toys"R"Us wurden Chromate in gelöster Form gefunden. Das heißt, durch Kontakt mit Speichel kann sich diese Substanz aus dem Kunststoff lösen. Der Grenzwert der gestern von der EU beschlossenen Richtlinie wurde bei der Puppe dabei mehr als tausendfach überschritten. Zudem wurde in der Puppe auch lösliches Blei und Nonylphenol nachgewiesen. Obwohl letzteres in Reinigungsmitteln und Pestiziden bereits verboten ist, steht eine toxikologische Bewertung für Lebensmittel und Spielzeug noch weitgehend aus. Zehn Produkte enthalten Nonylphenol.

Auch PVC gefunden
Auch PVC ist in Kinderspielzeug - noch immer - stark vertreten: 13 Mal wurde dieses im Spielzeug selbst nachgewiesen, siebenmal in der Verpackung. Bei einem der PVC-haltigen Artikel, "My Soft World" der Marke Clemmy, wurde der verbotene Weichmacher Diisononylphthalat gefunden. Dabei wurde der gültige Grenzwert sogar um das Zweieinhalbfache überschritten, womit das Produkt in der EU gar nicht auf den Markt kommen dürfte.

Spielzeug vorher reinigen
"Konsument"-Schadstoffexperte Konrad Brunnhofer: "Nach dem Vorsorgeprinzip sollten Artikel, die für Kleinkinder bestimmt sind, gänzlich frei von Schadstoffen, aber auch von solchen Stoffen sein, für deren Beurteilung die derzeit zur Verfügung stehenden Daten noch nicht ausreichen." Auch mit teuren Markenprodukten ist man mit Plastikspielzeug nicht immer auf der sicheren Seite. Brunnhofer: "Spielzeug daher - so möglich - vor der erstmaligen Verwendung einige Male und auch später von Zeit zu Zeit im Geschirrspüler reinigen."

Alle Details zum Test gibt es ab sofort auf www.konsument.at.

Foto: (c) sxc


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