23. Jänner 2008 10:08

Schlaflos 

Zu wenig Schlaf erhöht das Sterberisiko

Ein Viertel aller Österreicher findet nachts keine Ruhe. Und leidet tagsüber an den Folgen der durchwachten Nächte.

Zu wenig Schlaf erhöht das Sterberisiko
© Getty Images

Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts betrug die durchschnittliche Schlafdauer neun Stunden. In der 24-Stunden-Gesellschaft, so fanden amerikanische Forscher heraus, werden nur mehr 6,1 Stunden verschlafen – wenn überhaupt. Denn jeder vierte Österreicher wälzt sich nachts ruhelos im Bett. Die Folgen: Tagesmüdigkeit, Abgeschlagenheit, verminderte Leistungsfähigkeit. Selbst Gewichtszunahme geht, wie Studien zeigen konnten, auf chronisch durchwachte Nächte zurück. Und britische Forscher fanden heraus: Wer pro Nacht nur fünf Stunden schläft, erhöht sein Sterberisiko um 70 Prozent.

Hightech-Society
Die Ursachen für den gestörten Schlaf-Wach-Rhythmus sehen Mediziner im modernen Lebensstil. So zeigt eine Studie der Universität von Osaka, dass abendliches Fernsehen oder Internet-Surfen die Schlafqualität beeinträchtigt.

Studie am AKH
Mediziner kennen mittlerweile rund 120 Schlafstörungen, wobei nur 30 Prozent davon organische Ursachen haben. An 70 Prozent aller durchwachten Nächte ist unsere Psyche beteiligt: Stress, Nervosität und Depression sind die Feinde süßer Träume. Die genaue Ursache einer ausgeprägten Schlafstörung kann nur im Schlaflabor ermittelt werden. Am AKH Wien laufen unter der Leitung des Schlaf-Mediziners Bernd Saletu derzeit zwei Studien, für die noch Teilnehmer gesucht werden: Schlaflabor der Uni-Klinik, Tel. 01/40 400 - 3519.

Schluss mit Schlaflosigkeit: Was hilft
Damit aus einer akuten Schlafstörung keine chronische wird, sollten Sie bei mehreren durchwachten Nächten nach der Ursache forschen. Da die meisten Schlafprobleme psychische Ursachen haben, hilft nur abschalten und nochmals abschalten. Das gilt auch für TV und Computer: Surfen Sie vor dem Zubettgehen nicht, beantworten Sie keine Mails und reduzieren Sie alle Lichtquellen. Ein Buch ist eine bessere Einschlafhilfe als CSI Miami. Banal, aber wirkt: Schlafräume sollen kühl und abgedunkelt sein. Und: Im Bett ist Grübeln tabu.

Eiweiß
Schweres Essen, aber auch Hunger lassen schlecht schlafen. Günstig: ein süßes Betthupferl, ein Eiweiß-Shake oder Basenpulver. Alkohol macht zwar unmittelbar müde, doch wenn der Spiegel im Blut sinkt, wird auch die Tiefschlafphase gestört.


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