25. September 2007 09:17

Neue Diät 

Schlank im Schlaf

Der Weg zur Traumfigur muss nicht anstrengend sein: Wer sich tagsüber am Bio-Rhytmus orientiert, verbrennt nachts mehr Fett.

Schlank im Schlaf
© sxc

Davon träumt wohl jeder, der schnell ein paar Kilogramm loswerden möchte: Abends ins Bett legen und am nächsten Morgen mit der Traumfigur aufwachen. Sie meinen, das geht nicht? Deutsche Mediziner behaupten hingegen: Es geht doch!

Nachts Fett verbrennen
Natürlich klappt es mit dem Abnehmen nicht in einer einzigen Nacht. Doch der Essener Mediziner Detlef Pape versichert: „Wer nur ein paar einfache Regeln beachtet, kann in der Nacht richtiggehend abspecken. In drei Monaten sind dann bis zu sechs Kilogramm dahin...“ Die wissenschaftlichen Hintergründe für die fabelhafte Fettschmelze erklärt er in seinem Bestseller „Schlank im Schlaf“ (GU-Verlag), der auch hierzulande reißenden Absatz findet. Das nächtliche Abnehmen funktioniert, da die Körperzellen ab etwa 21 Uhr ihren Stoffwechsel umstellen, und zwar vom Leistungsstoffwechsel des Tages auf den Regenerationsstoffwechsel in der Nacht. Und genau diese Umstellung hat positive Folgen für unsere Figur: Während wir uns in der Tiefschlafphase befinden, schüttet der Körper seinen Top-Schlankmacher aus, das Wachstumshormon HGH. Dieses Hormon braucht zur Regeneration der Zellen sehr viel Energie – und nimmt diese aus den Fett­depots an Bauch, Po und Hüften. „Pro Nacht werden dabei bis zu 100 Gramm Fett verbrannt“, so Experte Detlef Pape.

Schlank mit innerer Uhr
Voraussetzung: Die nächtliche Fettverbrennung wird nicht gestört. „Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn man nach 20 Uhr kohlenhydratreiche Mahlzeiten – also Pasta, Reis, Kartoffeln oder Süßes – zu sich nimmt“, warnt Mediziner Pape. Denn: „Kohlenhy­drate locken Insulin an, das die Fettverbrennung um bis zu fünf Stunden stoppt.“

Dinner Cancelling light
Selbst Hormonexperte Johannes Huber, Professor für Endokrinologie und Reproduktionsmedizin an der Universitätsfrauenklinik in Wien, kann dem „Schlank im Schlaf“-Prinzip Positives abgewinnen: „Wenn man es schafft, abends ausschließlich Eiweiß wie etwa Fisch ohne Fett und Beilagen zu konsumieren, wird über Nacht tatsächlich das Schlankhormon STH aktiviert.“ Huber, der schon vor Jahren auf die schlank- und gesundmachende Wirkung abendlicher Nahrungskarenz verwies und das Prinzip des „Dinner Cancellings“ populär machte, sieht in der „Schlank im Schlaf“-Diät die „leichte Variante“ des totalen Abendmahl-Verzichts (mehr im Interview links). In beiden Fällen komme es darauf an, den Insulinspiegel möglichst niedrig zu halten.

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Entscheidend dabei: Man muss bei den drei Hauptmahlzeiten (Frühstück, Mittagessen und Abendessen) auf die richtige Zusammensetzung der Nährstoffe achten sowie auf den Bio-Rhythmus. Wichtig für den Schlank-Erfolg: Zwischen den drei Hauptmahlzeiten sollten mindestens fünf Stunden liegen. Pape: „Nur so kann der Blutzuckerspiegel zwischen den Mahlzeiten wieder sinken und die Produktion des Dickmacher-Hormons Insulin gedrosselt werden.“ Und so sieht der „Schlank im Schlaf“-Plan im Detail aus:

Morgens: Alles erlaubt!
Morgens wie ein König, abends wie ein Bettler – diese alte Ernährungsformel wird von der modernen Chronobiologie bestätigt. Das heißt: Geben Sie dem Körper morgens Energie! Am besten in Form von Kohlenhydraten, also Müsli (mit Früchten, Getreide, Sojamilch), Gebäck mit Marmelade oder Honig. Wer’s lieber pikant mag, sollte auf vegetarische Brotaufstriche umsteigen, auf Wurst und Käse aber verzichten. Denn: Das Frühstück sollte möglichst frei von tierischem Eiweiß sein, damit es zu keinen überschießenden Insulinreaktionen kommt. Außerdem wird durch eine kohlenhydrat­reiche Morgenmahlzeit der Grundumsatz des Organismus so richtig angeheizt. Probieren Sie es aus: Auch kalte Hände und Füße gehören ab sofort der Vergangenheit an!

Mittags: Ausgewogen
Fünf Stunden später, zur Mittagszeit, dürfen Sie sich richtig satt essen. Ideal: ein Mix aus Kohlenhydraten (Pasta, Reis) und Eiweiß (Fisch, Fleisch, Milchprodukte). Auch wer unbedingt ein Dessert möchte, sollte es am besten unmittelbar nach dem Mittagessen verzehren. Alle Getränke sollten möglichst zuckerfrei sein; ideal sind Wasser und Tees (ungesüßt). Nicht auf Bewegung vergessen! Der ideale Zeitpunkt für Sport ist vor dem Abendessen.

Abends: Bitte Eiweiß!
Die Abendmahlzeit entscheidet über das Ausmaß der Fettverbrennung während der Nacht. Das Wichtigste: viel Eiweiß, möglichst keine Kohlenhydrate. Genießen Sie also Fisch, mageres Fleisch, Käse oder andere Milchprodukte und essen Sie sich an Gemüse und Salaten satt. Gestrichen sind Pasta, Reis, Kartoffeln, mehlige Saucen sowie Naschereien nach dem Essen. Versuchen Sie, zwischen 17 und 19 Uhr zu Abend zu essen. Ausnahmsweise ist eine Verschiebung von ein oder zwei Stunden nach hinten vertretbar. Aber bedenken Sie: Je früher Sie Ihr Abendmahl einnehmen, umso schneller können Ihre Insulinwerte auf ein niedriges Niveau absinken – und umso schlanker werden Sie im Schlaf.

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Ja, bitte!
-Halten Sie Ihr Schlafzimmer dunkel. Nur in der Dunkelheit wird das Schlaf fördernde Hormon Melatonin gebildet.
-Essen Sie abends eiweißreich! Fisch und Käse begünstigen die nächtliche Fettverbrennung. Kohlenhydrate (wie Nudeln, Süßes) blockieren sie.
-Gehen Sie zu einer festen Zeit (vor 24 Uhr!) ins Bett. Wer weniger als 7 Stunden schläft, blockiert die Bildung des Schlankmachers HGH.

Nein, danke!
-Nie das Essen durch Rauchen ersetzen! Nikotin ist ein Gegenspieler des Schlafhormons Melatonin und zerstört den Biorhythmus.
-Zu viel Alkohol hemmt die nächtliche Fettverbrennung. Ein Glas Wein ist aber o.k..
-Snacks zwischendurch blockieren die Fettverbrennung.


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