15. März 2010 08:53

Aktiv werden 

Schluss mit bösen Rückenschmerzen

80 Prozent aller Österreicher bleiben von Schmerzen im Rücken nicht verschont.

Schluss mit bösen Rückenschmerzen
© Getty Images
Schluss mit bösen Rückenschmerzen
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Wer einmal die Schmerzen bei einem Bandscheibenvorfall erlebt hat, ist bereit, alles dafür zu tun, um sie wieder loszuwerden“, weiß der renommierte deutsche Wirbelsäulenspezialist Dr. Martin Marianowicz. Allerdings, so bedauert der Münchner Facharzt für Orthopädie, Chirotherapie und Sportmedizin, operieren Ärzte heute in vielen Fällen vorschnell – und leider zu oft ohne Erfolg.

Provokante These
„Dabei wissen wir, dass 80 Prozent aller Rückenschmerzen durch sanftes Muskeltraining und effiziente Schmerztherapie von alleine wieder abklingen“, so der Wirbelsäulen-Spezialist. In seinem brandneuen, provokanten Ratgeber Aufs Kreuz gelegt (erschienen bei Goldmann Arkana) zeigt Martin Marianowicz, wie man sich unnötige Operationen ersparen kann und was unserem Rücken wirklich gut tut. Außerdem entwickelte der Mediziner einen Test, mit dem jeder schnell feststellen kann, ob er ein Rücken-Risiko-Kandidat ist.

Achillesferse
Hierzulande ist die Situation nicht viel besser: „Der Rücken ist für viele Menschen die gesundheitliche Achillesferse. Bewegungsmangel, Fehlbelastungen durch einseitige Arbeitsabläufe oder Übergewicht belasten unseren Stützapparat mehr denn je“, weiß Prof. Dr. Martin Nuhr vom Nuhr-Gesundheitszentrum in Senftenberg (NÖ). Am Freitag, 19. März, findet dort zwischen 15.00 und 18.00 der Tag der offenen Tür statt (Infos unter: www.nuhr.at), an dem die vielfältigen Therapieeinrichtungen des Rückenzentrums vorgestellt werden.

Bewegung
Das beste Rezept, um Rückenschmerzen zu lindern, und vor allem, um ihnen vorzubeugen, ist laut Wirbelsäulen-Spezialist Andy Fumolo Bewegung. „Beginnen Sie, aktiv zu leben. Stehen Sie öfter vom Schreibtisch auf, gehen Sie täglich an die frische Luft und vermeiden Sie mit gesunder Ernährung Übergewicht“, so der bekannte TV-Trainer. Er ist überzeugt: „Rückentherapie ist immer auch Selbsttherapie. Also: Raus aus der Bewegungsfalle!“ Der Coach rät zu täglicher Wirbelsäulen-Gymnastik: Die besten Übungen für einen gesunden Rücken sehen Sie rechts abgebildet. Experte Fumolo: „Warten Sie nicht zu lange! Beginnen Sie innerhalb von drei Tagen mit gezielter Rückengymnastik. Denn man hat nachgewiesen: Wer sein Vorhaben innerhalb von 72 Stunden umsetzt, ist zu 98 Prozent erfolgreich damit!“ Außerdem rät der Coach, auf Psychohygiene zu achten: „Auch Stress schädigt die Wirbelsäule. Versuchen Sie, positiv zu denken und nehmen Sie bei Bedarf therapeutische Hilfe in Anspruch.“

Klarer Kopf
Weiterer Vorteil regelmäßiger Wirbelsäulen-Gymnastik: Auch Nackenschmerzen bessern sich – und dadurch oft auch Kopfschmerzen. Gerade im Frühjahr werden viele Menschen davon geplagt. Die besten SOS-Rezepte gegen das lästige Leiden finden Sie im Kasten links.

Damit es gar nicht erst so weit kommt: Trinken Sie ausreichend, am besten Wasser oder verdünnte Säfte! Tankt man zu wenig Flüssigkeit, wird das Blut zu dick, die Sauerstoffversorgung der Zellen lässt nach und der Kopf beginnt zu schmerzen. Zwei bis drei Liter am Tag sollten es schon sein. Das tut auch den Bandscheiben gut...

Buchtipp: Dr. Martin Marianowicz: Aufs Kreuz gelegt. Goldmann Arkana Verlag, um 17,95 Euro.

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Sind Sie ein Rücken-Risiko-Kandidat? Machen Sie den Test!
Dieser Blitz-Test von Dr. Martin Marianowicz verschafft Klarheit über den Zustand Ihres Rückens. Treffen die folgenden Aussagen auf Sie zu?

1.Ich hatte schon einmal stärkere Rückenschmerzen

2. Ich hatte schon einen Bandscheibenvorfall

3. Ich leide an einer Erkrankung Veränderung der Wirbelsäule

4. In meiner Familie treten Rückenschmerzen oder Wirbelsäulenerkrankungen häufiger auf

5. Ich leide unter chronischen Schmerzen wie etwa Migräne

6. Ich betreibe nicht regelmäßig Sport

7. Ich bin auch sonst wenig aktiv, bewege mich meistens mit dem Auto und gehe wenig spazieren

8. Meine Rücken- und Bauchmuskulatur sind eher schwach

9. Ich habe deutliches Übergewicht

10. Ich rauche regelmäßig

11. Obst und Gemüse stehen selten auf meinem Speiseplan

12. Ich habe Arthrose in den Hüft- oder Kniegelenken

13. In meinem Beruf sitze ich sehr viel

14. In meinem Job muss ich oft schwer heben oder in unan genehmer Haltung arbeiten

15. Die Arbeit „frisst“ mich auf, ich habe zu wenig Freizeit

16. Mein Job bestimmt über mich und nicht umgekehrt

17. Mein Job bereitet mir wenig Freude

18. Ich fühle mich oft scheinbar grundlos traurig und habe wenig Antrieb

19. Ich habe im Privatleben wenig Unterstützung und muss Probleme meist mit mir alleine ausmachen

20. Ich habe in der letzten Zeit belastende Ereignisse (Scheidung, Verlust des Arbeitsplatzes, Umzug, Tod eines Verwandten) durchleben müssen

Auswertung

1 bis 3 zutreffende Antworten: Glückwunsch! Momentan müssen Sie sich keine allzu großen Gedanken um Ihren Rücken machen. Beobachten Sie aber Veränderungen genau.

4 bis 10 zutreffende Antworten: Bei Ihnen gibt es einige Faktoren, die zu chronischem Übergewicht führen könnten. Versuchen Sie, mit gesunder Ernährung und Rückenübungen (siehe Abbildungen links) vorzubeugen.

11 bis 15 zutreffende Antworten: Bei Ihnen kommt eine Menge Belastendes für den Rücken zusammen. Neben einer Linderung der bereits vorhandenen Beschwerden (suchen Sie einen Orthopäden auf!) braucht eventuell auch Ihre Psyche Entlastung. Fragen Sie sich: Was lastet auf Ihren Schultern?

16 bis 20 zutreffende Antworten: Ihr Rücken schreit geradezu nach mehr Aufmerksamkeit: Sie sollten mit einem erfahrenen Orthopäden dringend ein Programm in Angriff nehmen, das Ihre Wirbelsäule stärker macht. Erster Schritt: Übergewicht abbauen und mit dem Rauchen aufhören!


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1 Posting
doerflinger@schmerzfrei.co.at meint am 07.02.2012 10:11:03 ANTWORTEN >
Der richtige Bewegungsablauf ist Basis für einen gesunden Menschen. Hierbei spielt die Körperstatik eine wesentliche Rolle, welche leider bei 99 Prozent der Menschen nicht vorhanden ist. Minimale Beinlängendifferenzen spielen bei der Gesundheit des Menschen eine wichtige Rolle und sind auf lange Sicht enorm schädlich.
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