13. Februar 2008 09:44

Same sucht Ei 

Schneller zum Wunschbaby

Männliche Infertilität nimmt in Österreich zu. Eine neue Untersuchungsmethode erhöht jetzt die Chancen der künstlichen Befruchtung.

Schneller zum Wunschbaby
© Getty Images

Der Weg zum Wunschbaby ist für viele Paare nach wie vor mit zahlreichen mühsamen Versuchen gepflastert. Denn nicht immer führt die Implantation einer befruchteten Eizelle auch zur Einnistung in der Gebärmutter. Bei genetischen Schäden oder Fehlverteilungen der Chromosomen kommt es häufig zur Abstoßung. Nun haben Mediziner ein neues Verfahren der Diagnostik entwickelt, das die Chancen für die Schwangerschaft nach einer künstlichen Befruchtung erhöht.

Gesetzeslage
Die Präimplantationsdiagnostik am Embryo ist in Österreich verboten. Bisher konnte vor der Implantation nur die weibliche Eizelle auf Fehlverteilungen der Chromosomen untersucht werden. Israelische Forscher entwickelten eine Methode, die jetzt auch den diagnostischen Blick in die männlichen Samenzellen möglich macht. Mit einem neuen Computerprogramm können Spermien mit genetischem Fehler entdeckt und ausgesondert werden. Wilfried Feichtinger, Leiter des Wunschbaby-Zentrums, sprach mit ÖSTERREICH über die neuen Möglichkeiten der Präimplantationsdiagnostik:

ÖSTERREICH: Worin besteht der Fortschritt dieser neuen Methode?

Feichtinger: Bisher konnten wir Spermien im Mikroskop nur oberflächlich beurteilen, etwa nach ihrer Beweglichkeit. Das Entscheidende ist aber der Kopf der Samenzelle. Und der wird mit dem neuen Computerprogramm so vergrößert, dass wir genetische Fehler erkennen.

ÖSTERREICH: Und wie?

Feichtinger: Sichtbare Blasen, sogenannte Vakuolen, in den Spermienköpfen deuten auf eine schlechte Chromosomenbildung. Diese Samenzellen sind für die Befruchtung unbrauchbar. Die IMSI, so heißt die Methode, erlaubt erstmals ein Screening der Spermien bei sehr hoher Vergrößerung.

ÖSTERREICH: Wird männliche Infertilität zum Problem?

Feichtinger: Faktum ist, dass mehr Männer ein schlechtes Spermiogramm haben. Wir wissen aber noch wenig über männliche Infertilität.


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