01. September 2010 11:16

Ärzte warnen 

Schüler süchtig nach Handy und Junkfood

Der Gesundheitszustand unserer Schüler ist alles andere als optimal.

Schüler süchtig nach Handy und Junkfood

In wenigen Tagen beginnt für Österreichs Kinder und Jugendliche der Schul- und Ausbildungsalltag. Doch ihr Gesundheitszustand ist offenbar alles andere optimal. Das hat eine Umfrage unter den rund 1.200 Schulärzten durch ein Meinungsinstitut im Auftrag der Zeitschrift "Gesundheit" ergeben. Demnach sind die österreichischen Schüler gefährdet durch exzessiven Gebrauch von Videospielen und Handy-Unterhaltungen. In knapp 71 Prozent der Schulen sind die Kinder und Jugendlichen zumindest bis zu 20 Prozent von Mobbing und Gewalt durch Mitschüler betroffen, in 21,4 Prozent der Schulen 20 bis 40 Prozent.

Die Untersuchung
Das Magazin ließ an alle rund 1.200 österreichischen Schulärzte entsprechende Fragebögen ausschicken. 306 der Mediziner antworteten. Dabei ergab sich eine relativ hohe Gesundheitsbelastung bei den Heranwachsenden, wie deren Einschätzung aus Erfahrung ergab. Demnach ist nur bei vier Prozent der österreichischen Schüler der Gesamtgesundheitszustand sehr gut, bei 48 Prozent gut, bei 35 Prozent befriedigend und schließlich bei zwölf Prozent genügend. Als Durchschnittsnote auf der fünfteiligen Skala ergab sich daraus ein Wert von 2,7.

Sucht nach TV und Computer
In der Öffentlichkeit wird fast regelmäßig der Konsum von illegalen Drogen im Zusammenhang mit Jugendkultur etc. diskutiert. Doch die Realität sieht laut den österreichischen Schulärzten ganz anders aus: Kinder und Jugendliche hängen viel mehr an Fernsehen, Videospielen und Handy, als dass sie zu Drogen greifen. So schätzten die an den Schulen tätigen Mediziner 39 Prozent der Mädchen als sehr hoch suchtgefährdet durch Handygebrauch ein, beim TV-Konsum ergab sich ein Wert von 15 Prozent, bei den Videospielen einer von 13 Prozent. Bei den Buben lautete der Anteil der sehr stark Gefährdeten durch die Mobiltelefone auf 32 Prozent, beim Fernsehen auf 13,1 Prozent und bei den Videospielen auf 20,6 Prozent. Umgekehrt schätzten die Schulärzte fünf Prozent der Mädchen als sehr hoch alkoholgefährdet ein, 7,1 Prozent als sehr hoch gefährdet durch Nikotin, für Cannabis ergab sich ein Prozentsatz von drei, für harte Drogen einer von vier Prozent.

Bei den Buben und Burschen sind laut den Schulärzten 6,25 Prozent sehr stark durch Alkohol gefährdet, 7,2 Prozent durch Nikotin und zu je ein Prozent durch Cannabis bzw. harte Drogen.

Mobbing und Gewalt
Auch unter Mobbing und Gewalt durch Mitschüler dürften - so die befragten Mediziner - viele Kinder und Jugendliche leiden. In 70,7 Prozent der Schulen schätzen die Schulärzte bis zu 20 Prozent der von ihnen Betreuten als betroffen ein. In etwas mehr als ein Fünftel der Schulen (21,4 Prozent) seien dies schon 20 bis 40 Prozent, ergab sich aus der Umfrage.

Die Ursachen für die Gesundheitsprobleme der österreichischen Schüler liegen offenbar auf unterschiedlichster Ebene. An 43,1 Prozent der Schulen haben demnach bis zu 25 Prozent der Schüler physische Gesundheitsstörungen, an 72,3 Prozent der Schulen sind bis zu 25 Prozent von Schwierigkeiten psychosomatischer Ursache betroffen. In 68,6 Prozent der Schulen ist bis zu ein Viertel der Schüler psychosozial geschädigt.

Probleme mit Ernährungsverhalten
Ein hoher Anteil der Schülerinnen und Schüler hat laut dem Urteil der Mediziner auch Probleme mit seinem Ernährungsverhalten. Bei den Mädchen sind es an rund einem Drittel der Schulen (32,3 Prozent) elf bis 20 Prozent, an 27,3 Prozent der Schulen gar 21 bis 30 Prozent. Bei den Burschen konstatierten die Schulärzte von 42,4 Prozent der Schulen einen Anteil mit Ernährungsproblemen von bis zu zehn Prozent, an 27,3 Prozent der Schulen von elf bis 20 Prozent.


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