25. Jänner 2007 15:08

Vorsorge 

Schutz vor Krebs

Männer und Frauen bleiben mit guter Vorsorge länger gesund. Tipps und Strategien gegen die gefährlichsten Krebsarten.

Schutz vor Krebs
© buenos dias

Dieses Thema ist zu wichtig, um den Deckmantel der Verschwiegenheit darüber zu breiten: Dank der weltweiten Pink Ribbon-Aktion ist Brustkrebs kein gesellschaftliches Tabuthema mehr. Auch der Gang zur Mammografie avanciert immer mehr zur Selbstverständlichkeit.

Die Verbreitung
Und das ist gut so: Denn jede achte Österreicherin wird im Laufe ihres Lebens einmal mit dieser Diagnose konfrontiert. 28 Prozent aller weiblichen Krebserkrankungen sind ein Mammakarzinom – also ein bösartiger Knoten in der Brust. Durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen kann diese schleichende Gefahr rechtzeitig gebannt werden. Mittlerweile gehen 86 Prozent der österreichischen Frauen regelmäßig zur Brustuntersuchung und zum Krebsabstrich.

Schüchterne Männer
Das „starke“ Geschlecht kann sich vom „schwachen“ etwas abschauen. Das Thema Prostatakrebs ist nämlich scheinbar noch gar nicht gesellschaftsfähig. Höchste Zeit für eine Imagekorrektur: Diese Krebsart ist – wie bei den Frauen der Brustkrebs – nämlich die mit Abstand häufigste Krebsart der Männer: 28 Prozent aller neuen Krebserkrankungen betreffen die Prostata.

Unnötige Ängste
Universitätsprofessor Dr. Bob Djavan ist als Urologe und Krebsexperte am Wiener AKH tätig. Er appelliert an seine Geschlechtsgenossen: „Die Angst vor einer schmerzhaften Untersuchung ist total unberechtigt. Die meisten Diagnosen laufen mittlerweile über harmlose Blutproben.“ Prostatakrebs zeigt im Frühstadium meist keine Symptome. Deshalb müssen Männer mit erblicher Belastung ab 45 unbedingt jährlich zur Vorsorgeuntersuchung gehen, alle anderen ab 50.

Risiko
Bei Frauen und Männern sind die am häufigsten auftretenden Krebsarten ganz eindeutig geschlechtsspezifisch: Brust- beziehungsweise Prostatakrebs. Das Risiko, daran zu erkranken, ist auch erblich. Töchter oder Schwestern, bzw. Söhne oder Brüder haben eine etwa 20 Prozent größere Gefahr und sollten intensivere Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen. Bei Frauen die Mammografie, bei Männern der Prostatacheck (PSA-Bluttest). Djavan erklärt: „Der PSA-Test sollte anfangs jährlich, dann ruhig seltener gemacht werden.“ Das Prostata-spezifische Antigen (PSA) ist ein Eiweiß, das von Krebszellen verstärkt an die Blutbahn abgegeben wird und daher nachweisbar ist.

Alarm
Wie bei der Mammografie gibt es manchmal Auffälligkeiten, die bei genauerer Prüfung nichts Gefährliches zeigen. Diese übersensiblen Untersuchungsmethoden dienen der Früherkennung – und je eher ein echtes Problem erkannt wird, umso besser sind die Heilungschancen.

Medikamente
Wenn Männer einen erhöhten PSA-Wert aufweisen, muss eine Biopsie gemacht werden. Falls diese Probe nur gutartiges Gewebe anzeigt, können Medikamente zur Vorbeugung helfen. Dr. Djavan: „Die 5-Alpha-Reduktase ist ein enzymhemmendes Medikament, das vorbeugend gegen Prostatakrebs helfen kann.“ Studien zeigen: „Mit Hilfe eines bestimmten Präparates wurde die Rate der gefundenen Karzinome um 24 Prozent gesenkt.“

PSA-Wert.
Männer, die sich regelmäßig untersuchen lassen, haben also gute Chancen, gar nicht ernsthaft zu erkranken. Derzeit wird der PSA-Test nur bei akutem Krebsverdacht von der Krankenkasse bezahlt. Er kostet 14 bis 20 Euro – und soviel sollte man(n) in seine Gesundheit investieren!

HPV-Impfung
Seit Kurzem gibt es für Mädchen eine Impfung, die sie später vor Gebärmutterhalskrebs bewahren kann: Drei Gardasil-Injektionen (Sanofi) schützen dauerhaft vor der Infektion mit den krebsauslösenden HP-Viren. Kosten (Aktion bis Ende Juni 2007): insgesamt 465 Euro.

Lebensführung
Neben den entsprechenden Vorsorgetests trägt aber jeder Eigenverantwortung und muss auf seine Lebensgewohnheiten achten. Unzählige Studien führen folgende Laster als größte Gesundheitsrisiken an: Nikotin, verstärkter Alkoholgenuss, Stress und Übergewicht. Langjährig eingenommene Hormonpräparate und endlose Sonnenbäder sind genauso schädlich wie verkohltes Grillfleisch sowie zuwenig Obst und Gemüse.

Krebshilfe
Die Österreichische Krebshilfe informiert kostenlos und verschickt Broschüren, Telefon: 01-796 64 50, Internet: www.krebshilfe.net.

Claudia Schanza

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