16. April 2008 09:40

Rückenschmerz 

Schwachstelle Rückgrat

Patienten rufen bei Kreuzweh nach Röntgen und Massagen. Gegen das Zivilisationsleiden hilft auf Dauer nur Training.

Schwachstelle Rückgrat
© getty

Sechs von zehn Österreichern klagen mindestens einmal im Jahr über heftige Schmerzen im Rücken. In über 50 Prozent der Fälle zwickt es dabei im „Kreuz“, das heißt in der Lendenwirbelsäule.

Schwachstelle
Damit wir überhaupt aufrecht gehen können, musste die Wirbelsäule im Laufe der Evolution im Lendenbereich nach oben „knicken“. Und dieser Knick ist bis heute die Schwachstelle im Rücken. Chronische Verspannungen und Fehlhaltungen machen sich im Bereich der Lendenwirbelsäule daher auch besonders bemerkbar.

Ursachen
Die Intensität des Schmerzes sagt aber noch nichts über die Art der Beeinträchtigung aus. 70 Prozent aller Rückenbeschwerden werden durch Muskelver­spannung oder Verrenkung ausgelöst. Nur vier von hundert Rückenschmerzattacken hingegen gehen auf den oft zitierten Bandscheibenvorfall zurück.

Diagnose schwierig
Bei unspezifischen Rückenschmer­zen ist eine rasche und eindeutige Diagnose oft schwierig. „Patienten verlangen dann ein Röntgen. Aber die Röntgenstrahlen können Muskel, Gewebe und Bandscheiben nicht erfassen“, erklärt der Wiener Orthopäde Michael Riedl. Verspannungen, Fehlhaltungen und muskuläre Defizite lassen sich besser mit dem „Back Check“, „Medi Mouse“ oder „Spine Liner“ eruieren. Die computerunterstützten Checks werden von Sportärzten angeboten. (Info: Orthopädisches Spital Speising Tel. 01/801 82-0, Medical Spa 01/907 69 79).

Muskulatur stärken
Ohne muskuläre Spannung verliert die Wirbelsäule ihre Stabilität. Vor allem die tief liegenden (nicht sichtbaren) Muskeln sind essenziell für unser Rückgrat. Verkümmern sie durch Bewegungsmangel, verliert der Rücken an Standfestigkeit und Beweglichkeit. Riedl: „Ohne Stärkung der Rückenmuskulatur wird man chronische Rückenprobleme nicht loswerden.“

"Bei Rückenschemrzen Muskulatur kräftigen"
Richtig trainieren

70 Prozent der Rückenprobleme sind auf Muskelverspannung und untrainierte Muskulatur zurückzuführen. Massagen und Infiltrationen sind ein bequemer Weg, die Symptome loszuwerden, bringen aber keine dauerhafte Heilung. Die einzige nachhaltige Lösung für Rückenprobleme sind regelmäßiges Training und Dehnung der Muskulatur. Ziele jedes Rückentrainings sind die Kräftigung und die Stabilisation der Wirbelsäule. Dabei genügt es aber nicht, nur die obere und sichtbare Muskulatur zu trainieren, sondern auch die tiefen Rückenmuskeln. Sie sorgen für die Stabilisation zwischen den einzelnen Wirbeln. Für einen starken Rücken müssen aber zusätzlich noch die Gesäß- und Bauchmuskulatur gekräftigt werden.


Posten Sie Ihre Meinung Neu anmelden Login |