04. März 2009 10:49

Impotenz 

Schwefelwasserstoff als neues Viagra?

Erleichtert laut Forscher Anschwellen des Schwellkörpers im Penis. Ermöglicht neue Therapien bei Impotenz.

Schwefelwasserstoff als neues Viagra?
© Getty

Ähnlich wie die Potenzpille Viagra könnte Schwefelwasserstoff Männern mit Erektionsstörungen einmal helfen. Auch er erleichtere das Anschwellen des Schwellkörpers im Penis, schreibt eine internationale Forschergruppe um Giuseppe Cirino von der Universität Neapel in den "Proceedings" der US-Akademie der Wissenschaften ("PNAS"; online vorab). Die Wissenschafter erhoffen sich von ihren Ergebnissen neue Therapien bei Impotenz.

Botenstoff
Schwefelwasserstoff ­ üblicherweise vor allem als Giftstoff bekannt ­ ist ein gasförmiger Botenstoff im Nervensystem des Menschen und anderer Säuger. Zwei Enzyme stellen ihn aus dem Ausgangsstoff L-Cystein her. Menschliches Penisgewebe enthalte diese beiden Enzyme in dem Bindegewebe und den glatten Muskeln der Penisarterie, berichten Cirino und seine Kollegen. Im Labor führten die Forscher menschlichen Schwellkörpern L-Cystein beziehungsweise Schwefelwasserstoff zu. Daraufhin entspannten sich die Muskeln des Schwellkörpers, beobachteten die Forscher. Im intakten Penis würden sich in der Folge die Adern weiten, Blut einströmen und eine Erektion auftreten.

Erektionsstörungen
Cirino und seine Kollegen untermauern ihre Laborergebnisse durch Versuche an Ratten. Diese zeigten, dass die Injektion sowohl von L-Cystein als auch von Schwefelwasserstoff in den Schwellkörper eine Erektion bei den Nagern fördern. Der Schwellkörper des Penis ist von zahlreichen Gefäßen durchzogen, die sich je nach Erregungsstand zusammenziehen oder weiten. Erektionsstörungen werden heute weitestgehend auf Erkrankungen dieser Gefäße zurückgeführt. Die vorliegende Studie belegt erstmals die Mitwirkung des L-Cystein/Schwefelwasserstoff-Stoffwechsels bei der Erektion des menschlichen Penis, betonen die Forscher.


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