08. Oktober 2009 07:19

Schweinegrippe 

Alle Infos zur Impfung

Schweinegrippe-Impfung ab 27. Oktober um 4,90 Euro.

Alle Infos zur Impfung
© Getty Images

Mittwoch Mittag wurde auch die Schweinegrippeimpfung der Firma Baxter als Dritte (nach Novartis und GlaxoSmithKline) von der EU genehmigt. Für Österreich eine Frohbotschaft, denn das Gesundheitsministerium hat (anders als viele Ländern) festgelegt, den Impfstoff nur von Baxter zu ordern.

So schützen Sie sich vor Schweinegrippe!

Zeitgleich hieß es aus dem Gesundheitsministerium: Österreich bestellt gleich in den kommenden Tagen den Impfstoff Celvapan und will bereits am 27. Oktober mit einer Impfaktion starten.

Ab November Impfung für Kranke und Schwangere
In einer ersten Welle wird lediglich medizinisches Personal (vom niedergelassenen Arzt bis zu Spitalmitarbeitern) geimpft. Ab dem 9. November geht es dann weiter mit der Impfung aller anderen Österreicher. Vor allem sollen aber Risikogruppen, beispielsweise chronisch Kranke und Schwangere, vorrangig vor dem Virus geschützt werden.

Die Immunisierung gegen die Schweinegrippe erfolgt freilich nur auf freiwilliger Basis. Wer die Impfung in Anspruch nimmt, muss lediglich einen Selbstbehalt, also die Rezeptgebühr, in der Höhe von 4,90 Euro, bezahlen. Den Rest übernimmt der Hauptverband der Sozialversicherungen.

Erst zwei Spritzen bieten den vollen Virenschutz
Impfzentren werden dann in Bezirkshauptmannschaften, Gesundheitsämtern und Krankenkassen-Außenstellen eingerichtet.

Laut derzeitigem Stand der Wissenschaft bringen erst zwei Impfungen den totalen Schutz gegen die gefährliche Grippe. Die Europäische Arzneimittelagentur EMEA empfiehlt einen Abstand von drei Wochen zwischen den beiden Injektionen. Dies gilt für Erwachsene, Kinder ab dem Alter von sechs Monaten und auch für Schwangere. Derzeit laufen noch groß angelegte Tests, ob auch nur eine einzige Impfung genügend Schutz bieten könnte.

Wöchentlich werden bis zu 200.000 Dosen geliefert
Die österreichische Regierung hat bereits vor Monaten mit Baxter einen Vorvertrag über 16 Millionen Impfungs­dosen abgeschlossen. Somit wären für jeden Österreicher zwei Impfungen gesichert. Diese Abmachung wird jetzt in eine fixe Liefervereinbarung umgewandelt. Über die genaue Liefermenge wird das Gesundheitsministerium noch entscheiden.

Derzeit fix: „Es wird eine Initiallieferung geben, das sollen rund 500.000 Dosen sein“, so Thomas Geiblinger, Sprecher des Gesundheitsministeriums. Ab dem Start der Impfungen sollen fix wöchentliche Lieferungen folgen. Alle sieben Tage sollen bis zu 30 Prozent der insgesamt produzierten Menge geliefert werden – das sind bis zu 200.000 Impfungen.

Eigentlich sollte die Produktion von Celvapan weit schneller laufen und die Liefermenge weitaus größer sein. Baxter rechnete mit bis zu zwei Millionen Vakzinen wöchentlich, schafft aber derzeit nur 600.000. Der Grund: Das Virus wächst im Labor nicht so schnell wie erwartet.

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Bisher fast 400 H1N1-Erkrankte
Wenn es kühler wird, erwarten Experten einen rasanten Anstieg der Infizierten.
Seit der Erstinfektion im Mai in Mexiko sind in Österreich insgesamt 391 Menschen mit der Schweinegrippe angesteckt worden. Der Verlauf ist noch nicht besorgniserregend. „Bei allen Infizierten ist der Krankheitsverlauf mild“, heißt es aus dem Gesundheitsministerium.

Pro Tag ein Infizierter
Derzeit erkrankt im Schnitt pro Tag eine Person am H1N1-Virus – das spätsommerliche Wetter bremst die Infektions­anfälligkeit. Es war aber schon deutlich schlimmer: Anfang August, am Höhepunkt der Reisezeit, erkrankten pro Tag bis zu zehn Österreicher an der Schweinegrippe. Vor allem Mallorca-Urlauber haben das Virus damals eingeschleppt. Die erwartete Explosion der Grippe zu Beginn der Schulzeit ist aber ausgeblieben.

Anstieg im Herbst
Experten erwarten jedoch einen rasanten Anstieg der Grippefälle im Herbst. Vor allem das kühlere Wetter könnte dann seinen Beitrag zu einer schnellen Ausbreitung leisten. Im „Worst Case“-Szenario gehen Mediziner von bis zu 2,4 Millionen Infizierten aus.


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