05. Dezember 2008 08:45

Sicherheit 

Skihelmpflicht bei Kindern gefordert

53 Prozent der Kopfverletzungen vermeidbar. Durch hohe Geschwindigkeiten Zunahme an schweren Stürzen.

Skihelmpflicht bei Kindern gefordert
© APA

Durch eine Skihelmpflicht in Österreich könnten eine Großzahl der Verletzten auf den Pisten vermieden werden, davon ist der Wiener Unfallchirurg Christian Gäbler überzeugt. Eine Studie der amerikanischen Product Safety Commission zeigt, dass eine Helmpflicht auf der Piste sich so beim Skifahren oder Snowboarden rund 44 Prozent aller Kopf- und Halsverletzungen verhindern ließen. Bei Kindern seien es sogar 53 Prozent der Kopfverletzungen.

Tödliche Verletzungen
"Verletzungen des Kopfes und der Halswirbelsäule sind die häufigste Ursache für einen tödlichen Ausgang- und machen generell bis zu 20 Prozent aller Verletzungen bei kindlichen Skifahrern aus. Kopfverletzungen sind verantwortlich für 54 Prozent aller Krankenhausaufnahmen und für 67 Prozent aller tödlichen Skiunfälle bei Kindern - und könnten in einem Großteil der Fälle durch das Tragen eins Helms verhindert werden", meinte Gäbler.

Mehr Kopfverletzungen
Pro 1.000 Skitage sind nach Angaben Gäblers 3,9 bis 9,1 Verletzungen zu verzeichnen, wobei es in den vergangenen Jahren aufgrund der hohen Geschwindigkeiten mit 30 km/h und mehr noch zu einer deutlichen Zunahme an schweren Verletzungen gekommen ist. Bei Stürzen ziehen sich Kinder aufgrund der Körperproportion und der schwächeren Muskulatur öfter Kopfverletzungen zu als Erwachsene, weiß der Mediziner.

Hälfte trägt Skihelm
Die Akzeptanz des Skihelms bei Kindern unter sieben Jahren sei bereits sehr hoch - etwa die Hälfte trägt bereits einen Helm. Weniger selbstverständlich ist der Skihelm bei den sieben- bis zehnjährigen Skisportlern, erklärte Gäbler. Besonders ungern wird der Helm von Jugendlichen und Erwachsenen getragen.

Tipps zum Helmkauf:
- Es sollte nur Hartschalenhelme aus stabilem Kunststoff gekauft werden. Weiche Helme sind den Belastungen beim Ski- und Snowboardsport nicht gewachsen.

- Darauf achten, dass der Helm auch mit einer Ski- oder Sonnenbrille bequem zu tragen ist.

- Vor dem Kauf den Kopfumfang des Kindes messen, damit man die

richtige Größe weiß. Dazu muss das Messband über die Stirne und oberhalb der Ohren angelegt werden.

- Helme sollte man immer persönlich anprobieren.

- Bei Kindern besonders auf einen guten Sitz und Komfort achten. Ist der Helm unbequem, tragen ihn die Kleinen nicht.

- Den Helm beim Anprobieren richtig aufsetzen, den Kinnriemen

festziehen und versuchen, den Helm mit einer Rollbewegung nach vorne auszuziehen. Er darf sich nicht abstreifen lassen.

- Das Fabrikationsdatum kontrollieren. Es muss auf dem Helm deutlich sichtbar angebracht sein. Ein veralteter Helm bietet eventuell nicht genügend Schutz.

- Zum Reinigen eines Helmes verdünnte Seifenlösungen benutzen - aber niemals Lösungsmittel. Diese können den Helm beschädigen und damitist der Schutz ein trügerischer.


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