08. Februar 2010 08:45

Experten-Tricks 

So bleiben Sie dauerhaft schlank

Darf ich die Hauptmahlzeit abends essen? Expertinnen verraten Schlank-Tricks.

So bleiben Sie dauerhaft schlank
© Getty Images

Warum sind die meisten Diäten zum Scheitern verurteilt? Wie wichtig ist Bewegung beim Abnehmen und nimmt man wirklich zu, wenn man abends die Hauptmahlzeit isst?

Profis antworten
Diese und ähnliche Fragen erreichten im Zuge der Schlank-Serie die MADONNA-Redaktion. Wir baten daher die renommierten Ernährungswissenschafterinnen und MADONNA-Schlank-Expertinnen Ursula und Julia Pabst (www.ernaehrungsinstitut-pabst.at), die am häufigsten gestellten Leser-Fragen zu beantworten.

1. Warum ist Abnehmen so schwer: Woran scheitern die meisten Diäten?
Ursula und Julia Pabst: Abnehmen ist oft schwierig, da Essen für viele Menschen nicht nur Nahrungsaufnahme bedeutet, sondern auch Genuss, Trostpflaster oder Belohnung ist. Außerdem wird das Abnehmen immer schwieriger, je mehr Crash-Diäten man hinter sich hat. Und: Abnehmen allein ist meist gar nicht das Problem. Viel schwerer ist es, das Gewicht nach der Diät auch zu halten. Das heißt: Die meisten Diäten scheitern an der Langfristigkeit. Gesunde Rezepte, mit denen Sie genussvoll abnehmen und Ihr Gewicht dauerhaft halten können, präsentieren wir in unserem Ratgeber: Die große Genuss-Diät. Dort gibt es keine Verbote – sogar Süßes ist erlaubt.

2. Warum schadet ein üppiges Abendessen der Figur?
Ursula und Julia Pabst: Abends die Hauptmahlzeit einzunehmen ist nicht alleine dafür ausschlaggebend, ob man dick oder dünn ist. In Mittelmeer-Regionen wird seit jeher abends reichlich gegessen und getrunken – und die Bewohner sind nicht dicker als im übrigen Europa. Es kommt also vielmehr auf die Gesamt-Energiezufuhr während des ganzen Tages an: Wer morgens nur Kaffee trinkt und zwischendurch einen Schokoriegel verspeist, wird spätestens am Abend maßlos schlemmen und dabei das Kalorienkonto überstrapazieren. Das geht auf Dauer nicht gut. Daher ist es wichtig, zumindest ein Frühstück und ein leichtes Mittagessen einzunehmen. Wer dann abends eine ausgewogene Hauptmahlzeit isst (sie sollte zur Hälfte aus Gemüse bestehen, aus etwas magerem Eiweiß, wie etwa Huhn, und einer Handvoll Kohlenhydrate, wie etwa Naturreis), wird nicht zunehmen.

3. Warum soll man viel Wasser trinken, wenn man abnehmen will?
Ursula und Julia Pabst: Unser Körper besteht zu 60 bis 70 Prozent aus Wasser. Die Zellen sind gesund, wenn sie gut mit Wasser gefüllt sind. Ist zu wenig Wasser im Körper, werden die Körpersäfte immer dickflüssiger. Das Blut fließt nicht mehr so gut und die Verdauung gerät ins Stocken. Gerade beim Abnehmen ist aber eine geregelte Verdauung wichtig. Daher: Viele ungesüßte Getränke trinken (mindestens 1,5 Liter am Tag)! Zudem wird beim Abnehmen Fettgewebe abgebaut und Stoffe, die hier gespeichert waren, müssen ausgeschieden werden. Was aber oft verwechselt wird, ist Flüssigkeitsaufnahme und Trinken: Denn auch über die Nahrung nehmen wir Wasser auf. Wer also ein gutes Ernährungskonzept hat und reichlich Gemüse und Obst isst, verbessert damit auch seine Flüssigkeitszufuhr.

4. Wie viele Mahlzeiten pro Tag soll ich nun wirklich zu mir nehmen?
Ursula und Julia Pabst: Ein Pauschalrezept, das für jeden gut ist, gibt es hier nicht. Jeder Mensch hat einen anderen Rhythmus. Unserer Erfahrung nach fühlt man sich aber wohler, wenn man anstatt zwei großer lieber vier bis sechs kleinere Mahlzeiten zu sich nimmt. Im Schnitt ist es ratsam, alle drei bis vier Stunden etwas zu essen. Insofern sollte man eine Mahlzeit so portionieren, dass man danach nicht einen halben Tag lang satt ist. Und bedenken Sie, dass auch ein Caffé Latte als kleine Mahlzeit (etwa 220 Kalorien) zählt.

5. Was sind denn die größten Schlank-Fallen?
Ursula und Julia Pabst: Die größte Schlank-Falle sind Verbote. Schon jedes Kind weiß: Verbotenes ist besonders reizvoll. Wer sich also strikt verbietet, Chips oder Schokolade zu essen, steigert nur sein Verlangen danach. Darum sollte es zwar Richtlinien geben, aber es sollte innerhalb dieses Rahmens auch Platz für Freiräume sein: Etwa um einmal essen zu gehen oder Feste zu feiern. Wer es schafft, sich unter der Woche ausgewogen zu ernähren, dem schadet auch ein Stück Kuchen am Wochenende nicht. Weitere Schlank-Fallen sind die Nasch-Lade im Schreibtisch und der Knabber-Vorrat zu Hause. Weg damit! Eine Schlank-Falle ist es aber auch, einen leeren Kühlschrank zu haben. Denn: Ist nichts Sinnvolles da, wird nur allzu schnell der Versuchung nachgegeben, den Pizza-Boten zu rufen. Ebenfalls schlecht: Essen unter Zeitdruck und Mahlzeiten ausfallen lassen, nächtliche Kühlschrank-Attacken (ein sinnvolles Abendessen kann dies verhindern!) sowie All-you-can-eat-Buffets: Hier besteht akute Überessens-Gefahr!

6. Warum ist Sport beim Abnehmen so wichtig?
Ursula und Julia Pabst: Ein aktives Leben ist das Geheimnis schlanker Menschen. Dazu zählt jede Form der Alltagsbewegung – vom Stiegensteigen bis zum City-Bummel. Sport dient aber nicht nur dem Verbrennen von Kalorien – er schafft ein besseres Körperbewusstsein. Allerdings muss man vorher abwägen, welche Bewegungsart für jeden Einzelnen sinnvoll ist.

7. Trockenfrüchte sind süß: Schaden sie der Figur?
Ursula und Julia Pabst: Nicht mehr als Obst: Eine getrocknete Marille enthält genauso viel Zucker wie eine frische. Dazu aber eben auch Nährstoffe, die andere Süßigkeiten nicht enthalten. Von Trockenfrüchten sollten daher auch nicht mehr Stück gegessen werden als von frischen: Ein bis zwei Portionen Obst am Tag sind okay; davon kann eine in Form von Trockenobst genossen werden. Zum Beispiel mit Nüssen oder in einem Joghurt.


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