20. September 2008 09:54

Sex-Report 

So lieben die Österreicher

ProSieben schaut ab heute in die Schlafzimmer der Deutschen und stützt sich dabei auf die größte Internet-Sexstudie im deutschen Raum

So lieben die Österreicher
© Getty

Präzise 15 Minuten lang wünscht sich der Durchschnitts-Österreicher Sex – inklusive Vorspiel. Den genießt er dann Zeit seines Lebens mit 8,3 Partnern. Und so keiner vorhanden, gerne auch alleine (immerhin onaniert fast ein Drittel der Männer täglich!). Diese Tatsachen und noch viel mehr hat der Sender ProSieben jetzt aus einem riesigen Datenberg gefiltert...

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Neue Sex-Serie
56.000 Frauen und Männer ab 14 Jahren haben sich durch den Internet-Bogen mit rund 200 Fragen durchgeackert. Der Grund: Ab heute strahlt ProSieben die fünfteilige Serie Sexreport 2008 aus (Pro7, 22.10 Uhr). Der Fragebogen wurde auch von vielen Österreichern ausgefüllt, gilt also für den gesamten deutschsprachigen Raum.

Die TV-Doku selbst steht unter der Patenschaft des Profi-Aufklärers der 60er-Jahre schlechthin: Oswalt Kolle. Für die Seriosität der Auswertung garantiert die Deutsche Gesellschaft für sozialwissenschaftliche Sexualforschung, mit der die Fragen konzipiert wurden. Und – nicht wirklich überraschend – es kamen wirklich interessante Sex-Details zutage...

Männer haben zu wenig Sex

080920_Sexpartner
So antworten auf die Frage Mit wie vielen Personen hatten sie bisher vaginalen Geschlechtsverkehr? Männer: „Mit durchschnittlich 10,2 Partnern.“ Frauen: „Mit 6,7 Partner!“ Dabei sind Männer, die in Beziehungen leben, deutlich unzufriedener mit der Sex-Häufigkeit als Frauen. Durchscnittlich genießen nur 49,5% der in einer festen Partnerschaft lebenden Männer so viel Sex wie sie gerne hätten. Umgekehrt gaben 60% der Männer, die in festen Beziehungen leben an, nicht so viel Sex mit ihrem partner zu haben, wie sie gerne möchten. Hauptgründe für die Bettmisere: Fehlende Lust des Partners (63,7%), beruflicher Stress (42,75%) oder etwa Beziehungsroutine (21,3%). Dafür allerdings hat das Onanieren immer Saison...

080920_Abwechslung

Einmal täglich Onanieren
98,5% der Männer gaben an, sich schon mal selbst befriedigt zu haben, fast ein Drittel tut es sogar tagtäglich. Und selbst bei Männern, die angeben, in sexuell erfüllten Beziehungen zu leben, steht Masturbation am Tagesplan. Jeder Fünfte onaniert einmal täglich.
Obzwar bei Frauen die tägliche Masturbation unter ferner Lust-Liefen rangiert (gerade mal 7,1%) empfinden 12% aller Frauen (immerhin fast jede achte!) Selbstbefriedigung besser als Sex mit ihrem partner. Bei den Männern ist es gerade die Hälfte (6,2%).

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15 Minuten
Bei einem gehen Männer und Frauen jedoch konform: Die optimale Dauer des Geschlechtsverkehrs ist 15 Minuten. Und da wurde das Vorspiel schon mit eingerechnet. Eine beachtliche Übereinstimmung!

Befragung mit Lügendetektor
Aber ProSieben wartet nicht nur mit langweiligen Statistiken auf. Die Macher der Doku befragten Männer und Frauen der Straße zu ihren sexuellen Gewohnheiten und Vorlieben, teils sogar mithilfe eines Lügendetektors. Da sagt die 53-jährige Hannelore G. sagt etwa: „Ich schätze jeden Orgasmus von mir, weil er eben nicht so leicht kommt und das ist dann schon ein kleines Fest.“

Eine Maya S. (23) beschwert sich bitter: „Männer können viel schneller kommen. Ich finde das ungerecht.“ Ein Marco S. nimmt es mit dem Sex eher locker: „Monogam leben heißt ja nicht, dass ich nur Sex mit meiner Partnerin habe. Man kann ja auch eine dritte Person dazu holen oder in verschiedene Klubs gehen.“

Was Männer und Frauen anmacht
Experimente zeigen, was Männer und Frauen wirklich anmacht: Mithilfe von Computertomografie prüfen Experten, welche Hirnregionen beim Konsum von Pornos besonders aktiv sind. Sensoren in der Scheide von Probandinnen testen dabei den Grad der sexuellen Erregung, die erotische Fotos auslösen. Interessant geht es übrigens in der heutigen Folge zu. Da wird der Frage nachgegangen, inwiefern wir heute besseren Sex als vor 40 Jahren haben...

Sind noch immer sehr verklemmt
Ein Top-Thema für Oswalt Kolle, der vor genau 40 Jahren mit seinen Aufklärungsfilmen aufrüttelte und in den 60ern und 70ern maßgeblich zur sexuellen Aufklärung beigetragen hat. „Wir glauben heute, aufgeklärt zu sein, weil Sex allgegenwärtig ist. Aber in mancher Hinsicht sind wir immer noch genauso verklemmt, wie vor 40 Jahren, z. B. wenn es darum geht, unsere sexuellen Sehnsüchte mit unserem Partner zu teilen!“ Positives kann der Sexperte jedoch auch ausmachen: „Wir reden offener, wir sind toleranter. Das Miteinander zwischen Männern und Frauen klappt besser, als ich es mir je vorgestellt hätte!“

Tabuthemen auch 2008
Obzwar – Kolle sieht auch anno 2008 Handlungsbedarf: „Wir glauben heute, frei von Zwängen und Verklemmtheit zu sein. Aber auch unsere Zeit hat ihre Tabuthemen. Diese Doku hat das Potenzial, die Auseinandersetzung mit unserer Sexualität neu anzustoßen!“

Kritiker allerdings sind sich da nicht so sicher: Eine Aufklärungsserie im Internetzeitalter? Wohl steckt da eher Voyeurismusbefriedigung als wahre Intention des Senders im Vordergrund. Und empfehlen dagegen das anschließende Nachtprogramm.

Kolle-Aufklärungswerk
Denn ab Mitternacht wird ein uralter Oswalt-Kolle-Aufklärungsfilm aus dem Jahre 1968 für Jungvermählte gezeigt, „Das Wunder der Liebe II“ – heute freilich mehr witzig als sexy.


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