25. August 2008 10:16

Talente fördern 

So werden Ihre Kinder erfolgreich

Zum Schulstart verrät Ihnen Bestsellerautor Andreas Salcher, wie Sie die Begabung Ihres Kindes fördern.

So werden Ihre Kinder erfolgreich
© sxc

Der Countdown läuft: Nur mehr eine Woche und dann startet in Ostösterreich wieder der Schulalltag. Wie man die Talente des Kindes erkennt und fördert, verrät Bestseller-Autor Andreas Salcher.

Tipps vom Bestsellerautor
Keiner kennt die Feinde des begabten Kindes besser als er: Andreas Salcher hat mit seiner Streitschrift Der talentierte Schüler und seine Feinde (erschienen im ecowin-Verlag) einen unerwarteten Bestseller gelandet, der sich über 25.000 Mal verkauft hat. Doch wer die Feinde der Talente unserer Kinder kennt, der muss auch die Auswege aus der Misere wissen. Viele Eltern sind gerade zum Schulanfang unsicher, wie sie ihr Kind fördern sollen. Die Frage nach der besten Methode belastet sie. Soll man Druck beim Lernen machen oder das Kind durch Belohnung zum Üben motivieren? Bestseller-Autor Andreas Salcher weiß die Antworten. „Ich besuche regelmäßig viele Kapazitäten, die Experten auf dem Gebiet der Schule sind, um die optimalen Bedingungen kennenzulernen, damit Kinder ihre Talente entwickeln können“, erzählt Salcher. Für ÖSTERREICH hat der Schulexperte acht Tipps ­zusammengestellt, um den Eltern einen Wegweiser zu geben:

Freude fördern
Das Beste was Eltern tun können, ist ihren Kinder dabei zu helfen, für sich selbst herauszufinden, welche Tätigkeiten sie wirklich mit Freude erfüllen. Eine der wichtigsten Voraussetzungen, damit ihr Kind Freude an der Ausübung seines Talents hat, ist das richtige Maß zwischen Unterforderung, die zu Langeweile führt, und Überforderung, die in Frustration endet, zu finden. Solange ein Kind sich auf diesem Pfad der richtigen Herausforderung bewegt, wird es sein Talent nicht nur durch Lernen und Anstrengung weiterentwickeln, es wird auch große Freude dabei empfinden.

Keinen Druck machen
Eltern sollten ihr Kind nicht erst mit Druck zwingen, zwei Stunden zu üben, um es dann dafür zu belohnen, weil es so brav war. Das ist genau der falsche Weg, der das Kind zum Feind seines eigenen Talents werden lässt. Nur die Glücksgefühle, die aus der unmittelbaren Ausübung des Talents entstehen, motivieren das Kind innerlich, so viel Zeit wie möglich zu investieren.

Konsequenz wichtig
Ohne die konsequente und intensive Auseinandersetzung mit einem bestimmten Gebiet über einen langen Zeitraum ist die Erbringung sehr guter Leistungen nicht möglich. Vor allem die für die Entwicklung von Talenten sehr kritische Zeit der Pubertät fordert von Eltern das richtige Maß aus Führung und Bereitschaft zum Loslassen.

Interesse zeigen
Ohne selbst das notwendige Grundverständnis auf dem Gebiet zu haben, auf dem ein Kind talentiert ist, werden Eltern das Talent oft gar nicht erkennen können. Je mehr Eltern selbst über die Bereiche wissen, in denen ihre Kinder Begabungen haben, umso leichter tun sie sich. Die Aufgabe von Eltern besteht darin, optimale Bedingungen zu schaffen, damit aus der Begabung ein reifes Talent werden kann.

Für alles offen sein
Lassen Sie die Talente Ihres Kindes keinesfalls wie in der Schule nur auf die kognitive Intelligenz einschränken. Die Welt der Talente ist facettenreicher. Es gibt die völlig gleichwertigen Begabungen im musikalischen Denken, im kreativen Ausdruck, in der körperlichen Bewegung oder im sozialen Verständnis anderer Menschen. Diese werden oft unterschätzt.

Verschiedene Meinungen einholen
Eltern glauben oft Begabungen in ihren Kindern auf Gebieten zu entdecken, für die sie sich selbst interessieren. Sehr gerne projizieren Eltern auch Wünsche oder Ziele, die sie selbst nicht erreicht haben, auf ihre Kinder und versuchen, über die Kinder ihre Träume zu verwirklichen. Das ist fatal. Umso wichtiger ist das Urteil von unabhängigen Experten. Seriöse Begabungstests haben auch den Vorteil, dass verdeckte Lernschwächen wie Legasthenie rechtzeitig erkannt werden können.

Suchen Sie die besten Lehrer
Eltern können genauso wie Lehrer bei der Talentförderung ungemein viel helfen oder fast alles zerstören. Die wichtigste Verantwortung von Eltern besteht darin, alles zu tun, damit ihre Kinder die bestmöglichen Lehrer bekommen – und diese Entscheidung nicht nur als gottgegeben zu akzeptieren. Versuchen Sie es immer erst konstruktiv, d.  h. reden Sie mit jedem Lehrer über die Talente Ihres Kindes. Wenn alles nichts hilft, dann ist es im Ernstfall richtig, die Schule zu wechseln, bevor Jahre des Kindes vergeudet werden.

Erwartungsdruck
Besonders ehrgeizige Eltern wollen ihren Kindern unter allen Umständen einen Startvorteil verschaffen. Nach dem Motto: Hilft es nicht, dann schadet es zumindest nicht. Was leider nicht stimmt. Der Erwartungsdruck der Eltern führt zur „Angst des Kindes, es den Eltern nicht recht zu machen“. Diese negative Lernerfahrung wird im Gehirn gespeichert.


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