27. Mai 2010 08:58

Verunreinigt 

Solarien fallen bei AK-Test durch

Erschreckendes Ergebnis: In 17 von 20 Studios war die Strahlenstärke zu hoch.

Solarien fallen bei AK-Test durch
© AP

Die Arbeiterkammer hat auch heuer wieder 20 Sonnenstudios in Linz, Wels und Steyr getestet. Ergebnis: In 17 von 20 Studios war die Strahlenstärke zu hoch. Teilweise besteht sogar Sonnenbrandgefahr! In sechs getesteten Solarien wurden erhöhte Keimzahlen festgestellt. Oft fehlt jede Beratung. "Strengere Kontrollen durch die zuständige Gewerbebehörde sind unbedingt nötig!", fordert AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Sonnenbrandgefahr
Solarienbenutzer/-innen sollten beim Erstbesuch unabhängig vom Hauttyp nur mit maximal 0,4 MED (Maßeinheit zur Beurteilung der Auswirkung von Kunstlicht auf die menschliche Haut) bestrahlt werden. Selbst bei vorgebräunten Personen sollte der Wert von 1 MED nicht überschritten werden. Bei Werten über 1,5 MED besteht Sonnenbrandgefahr.

Der Test wurde mit Sensorchips (UV-Dosimetrie System VioSpor der Firma Bio Sense) durchgeführt. Die Auswertung der Sensorchips ergab, dass nur ein Gerät (Beauty Sun Steyr) unter 0,4 MED lag. In zwei Studios (Mega Sun Wels und Turbo Sun Linz) lag die Bestrahlung mit 0,6 MED leicht über der Norm. In neun Studios wurde der doppelte Wert gemessen. In vier Studios war die Bestrahlung dreimal stärker als der zulässige Wert, in vier weiteren sogar viermal stärker (Sun & Fun Steyr, Studio Vital Linz, Sonnenalm Linz, Sun Line Linz). Bei letzteren besteht Sonnenbrandgefahr.

Verunreinigt
Neben der Strahlenbelastung hat die AK auch die Hygiene der Sonnenliegen getestet (Analyse im Labor der Belan Ziviltechniker GmbH). Acht der 20 getesteten Sonnenliegen waren hygienisch einwandfrei. Sechs Studios wurden aufgrund des Nachweises von Staphylokokken mit befriedigend und weitere sechs wegen erhöhter Keimzahlen bzw. Staphylokokken mit weniger zufriedenstellend bewertet.

Keine Beratung
In sechs Studios gab es keinerlei Beratung, obwohl sich unsere Testpersonen als Erstkunden vorstellten. In zehn Studios wurde keine Schutzbrille angeboten, in fünf war nicht einmal eine vorhanden.

Die Arbeiterkammer rät aus diesen Gründen, sich den Besuch eines Sonnenstudios gut zu überlegen. Wer sich trotzdem dazu entschließt, sollte vorher auf jeden Fall einen Hautarzt konsultieren.

"Die Ergebnisse unseres Tests zeigen, wie wichtig es ist, dass Solarien ab 1. September 2010 keine Jugendlichen als Kunden annehmen dürfen", stellt AK-Präsident Kalliauer fest.


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