30. November 2009 10:18

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Sonnenschutz soll Hautkrebs verhindern

Dermatologen begrüßen Solariumsverbot für Jugendliche.

Sonnenschutz soll Hautkrebs verhindern
© sxc

Die Initiative der österreichischen Parlamentsparteien, die Nutzung von Solarien für Jugendliche im Alter von unter 18 Jahren zu verbieten, ist aus der Sicht von Hautärzten "äußerst begrüßenswert", betonte Prim. Univ.-Prof. Beatrix Volc-Platzer, Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie. "Je mehr wir über die Spätfolgen von UV-Belastungen in jungen Jahren wissen, desto wichtiger ist es, sich für solche Schutzmaßnahmen einzusetzen", so Volc-Platzer bei der Jahrestagung in Salzburg.

Risiko höher
UV-Strahlen - sowohl UVA- als UVB-Strahlen - schädigen die Mitochondrien, also die Zellkraftwerke der Haut, und schwächen das Immunsystem bei der Abwehr von Hauttumoren. "Je früher man nun mit dem Besuch von Solarien beginnt, umso größer ist die Dosis UV-Strahlung, die man im Laufe seines Lebens bekommt, und umso höher ist das Risiko, später an Hautkrebs zu erkranken", sagte der Wiener Dermatologe Univ.-Prof. Herbert Hönigsmann.

Unter dem Schlagwort "Barbie Drug" sorgt etwa die Substanz Afamelanotide als möglicher innovativer Sonnenschutz für Aufsehen. Sie basiert auf dem Hormon a-MSH (a-Melanocyte-Stimulating Hormone), das die Produktion von körpereigenem Melanin anregt und so für eine Bräunung der Haut sorgt, die effektiven Lichtschutz bieten soll. "In den USA und Europa ist sie zur Behandlung von Sonnenurticaria, einer Störung bei der Synthese von Hämoglobin, zugelassen. Diese sehr seltene Stoffwechselerkrankung der Haut führt bei Sonnenexposition zu sehr schmerzhaften nesselartigen Hautausschlägen. Für eine künftige Anwendung als Sonnenschutz bei Gesunden laufen derzeit Studien", so Hönigsmann.

Sonnenschäden
Ebenfalls auf eine Verstärkung der natürlichen Pigmentierung setzt ein neuer Forschungsansatz mit DNS-Oligonukleotiden, die eine SOS-Antwort der Haut auf Sonnenschäden auslösen, berichtete der Wiener Dermatologe. "Die DNS-Reparatur setzt ein und der Körper produziert das Pigment Melanin. Diese Ergebnisse lassen vermuten, dass man durch das lokale Auftragen dieser Substanzen auf die Haut eine natürliche Bräune erhält und dass die UV-induzierte DNS-Schädigung der Hautzellen und damit auch das Krebsrisiko gesenkt werden." Hier seien allerdings noch weitere Forschungsarbeiten notwendig.

Ein anderer Ansatz sind bereits jetzt verfügbare Cremen oder Lotionen, die nach dem Sonnenbad die entstandenen Sonnenschäden sofort wieder reparieren. Die neuartigen Kosmetika basieren auf DNS-Reparatur-Enzymen, die aus UV-resistenten Mikroorganismen gewonnen wurden.

Zumindest im Tierversuch konnte gezeigt werden, dass der vor allem in Rotwein vorkommende Pflanzenstoff Reservatrol das Entstehen von Hauttumoren hemmen könne, indem er bei den Tumorzellen den Zelltod (Apoptose) auslöst. "So spektakulär die Vorstellung vom Barolo oder Blaufränkischen als Schutz vor Hautkrebs sein mag, die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf dem Menschen ist noch nicht geklärt und erfordert weitere Untersuchungen", Hönigsmann.

Wichtige Behandlungsmöglichkeit
So gefährlich die Folgen von UV-Strahlen für die Haut auch seien, richtig - unter medizinischen Bedingungen - eingesetzt bleiben sie auch eine wichtige Behandlungsmöglichkeit für unterschiedlichste Beschwerden, betonte Hönigsmann. "Die Photodynamische Therapie mit säurehaltiger Salbe und Bestrahlung mit Rotlicht ist nach wie vor eine wesentliche Methode in der erfolgreichen Behandlung des hellen Hautkrebs. Und auch die Phototherapie mit kurzwelligen UVB-Strahlen oder mit langwelligen UVA-Strahlen in Kombination mit Psoralenen hat in der Behandlung der Psoriasis trotz der heute zur Verfügung stehenden Biologika nicht an Bedeutung eingebüßt."


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