06. Mai 2009 10:39

AK-Test 

Sonnenstudios schneiden schlecht ab

Alle Solarien lagen über gesundheitlich vertretbarer Strahlungsdosis. 85 Prozent der Geräte stärker als Mittagssonne am Äquator.

Sonnenstudios schneiden schlecht ab
© sxc

Ein schlechtes Zeugnis stellen die Konsumentenschützer der Arbeiterkammer (AK) Oberösterreich den Sonnenstudios in Linz, Wels und Steyr aus. Sie haben 20 Solarien getestet. Das Ergebnis: Überall lag der Bestrahlungswert über der gesundheitlich vertretbaren Dosis. Nicht einmal jedes dritte Studio bot aktiv Sonnenbrillen an, mit der Beratung waren die Testpersonen nur in zwei Fällen zufrieden.

Getestet
Mit Sensoren auf Gesicht, Rücken und Bauch maßen die Tester die Intensität der Bestrahlung. Zur Beurteilung der Auswirkung von Kunstlicht auf die menschliche Haut dient die minimale Erythem-Induktionsdosis, kurz MED. Wer nicht vorgebräunt ist, sollte hier einen Wert von 0,4 nicht überschreiten, wer schon etwas Farbe hat, darf sich einer MED von bis zu 1,0 aussetzen.

Zu stark
Diese Werte wurden allerdings nicht eingehalten: In allen 20 Testfällen lagen sie über 0,4, bei der Hälfte sogar über 1,0 MED. Spitzenreiter waren ein Linzer Sonnenstudio mit 1,7 und eines in Wels mit 1,6. Ein Großteil - 85 Prozent - der Sonnenbänke strahlten stärker als die Mittagssonne am Äquator. Im Vergleich zum Vorjahr hätten sowohl die Dosis pro Sonnenbad als auch Geräteleistung zugenommen, fanden die Konsumentenschützer heraus.

Hautkrebs droht
Solarien würden das Risiko einer Hautkrebserkrankung erhöhen, warnt die AK. Kinder unter 16 Jahren sollten auf keinen Fall auf eine Sonnenbank, Erwachsene dürften sich maximal 30-mal pro Jahr der Sonne aussetzen - die Belastung im Beruf, im Urlaub etc. eingerechnet. Sonnenanbetern empfiehlt die AK auf Make-up, Parfüm, Körperlotionen oder Körperspray zu verzichten. Menschen, die an einer Hauterkrankung leiden, viele Muttermale haben oder Medikamente einnehmen, sollten vorher ärztlichen Rat einholen.


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