11. Jänner 2007 11:45

Studie der VedMed 

Spezielle Fettsäuren steigern körperliche Fitness

Eine neue Studie an der Veterinärmedizinischen Uni Wien zeigt, dass Omega-6-Fettsäuren positive Effekte auf die Muskulatur haben.

Spezielle Fettsäuren steigern körperliche Fitness
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Omega-6 Fettsäuren haben nicht nur einen überraschend positiven Effekt auf die Muskulatur, sondern auch auf die maximale Laufgeschwindigkeit und somit auf die Leistungsfähigkeit und Fitness von Säugetieren. Zu diesem aufschlussreichen Ergebnis über diesen bis dato noch unbekannten Zusammenhang kommt eine aktuelle Vergleichsstudie an 36 Säugetierarten, von der Maus bis zum Elefanten, des Forscherteams rund um Prof. Thomas Ruf vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie (FIWI) der Veterinärmedizinischen Universität Wien (VUW).

Höher Konzentration in den Muskelmembranen
Ungesättigte Fettsäuren sind für die menschliche und tierische Gesundheit ein wichtiger Bestandteil der Ernährung. Insbesondere die sog. Omega-3 Fettsäuren haben zahlreiche, wohl bekannte positive Effekte für den Organismus, z.B. auf das Herz-Kreislaufsystem. Es gibt jedoch auch Hinweise darauf, dass eine andere Klasse von Fettsäuren, die sog. Omega-6 Fettsäuren, die Leistungsfähigkeit der Skelettmuskulatur beeinflussen. Das FIWI-Forscherteam konnte jüngst in einer Studie herausfinden, dass die Konzentration von Omega-6 Fettsäuren in den Muskelmembranen des braunen Feldhasen einem der schnellsten tierischen Läufer Österreichs - eklatant höher ist als bei anderen Säugetieren.

Starke Beeinflussung der Leistungsfähigkeit
Vermutlich geht diese Wirkung von ungesättigten Fettsäuren darauf zurück, dass diese den Calciumhaushalt der Muskelzelle und damit die maximale Rate von Muskelkontraktionen beeinflussen. Der Einfluss von Omega-6 Fettsäuren auf die Leistungsfähigkeit von Muskeln ist überraschend stark: Steigt der Anteil von Omega-6 Fettsäuren um nur 1 %, dann nimmt die maximale Geschwindigkeit um 0,2 Meter pro Sekunde zu. "Bei einer 30 Sekunden dauernden Verfolgungsjagd zwischen Räuber und Beute entspricht das einer Distanz von 6 Metern, was natürlich durchaus über Leben und Tod entscheiden kann", erklärt Prof. Ruf. Ein Mangel an Omega-6 Fettsäuren in der Nahrung dürfte daher für viele Säugetiere ein sehr wichtiger ökologischer Faktor sein.

Wo sind Omega-6-Fettsäuren enthalten?
Pflanzen sind die wichtigsten Quellen für Omega-6-Fettsäuren. Viele Samenarten (z. B. Getreidearten, Baumwollsamen, Färberdistelsamen, Sojabohnen) und Margarine enthalten diese Fettsäuren.

Weiter Infos zur Studie:
Ao.Univ.Prof. Dr.rer.nat. Thomas RUF, Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie www.fiwi.at


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