16. Juli 2008 08:31

Clever sporteln 

Sport im Sommer - Vorsicht bei Ozonwerten

Sport ist gesund. Aber nicht bei hohen Ozonwerten und Maximaltemperaturen. Sportmediziner Piero Lercher sagt, worauf Sie achten sollten.

Sport im Sommer - Vorsicht bei Ozonwerten
© sxc

Was wäre der Sommer ohne Outdoor-Sport? Ob ambitionierter Jogger, Radfahrer oder Nordic Walker: Sie schwitzen, keuchen und strampeln der Gesundheit zuliebe. Doch bei hoher Ozonbelastung kann die körperliche Aktivität mehr schaden als nützen.

Gefährlich
Ozon ist nicht gleich Ozon. In der Stratos­phäre in 15 bis 50 km Höhe schützt eine Ozonschicht vor ultravioletter Strahlung aus dem Weltraum. Durch den Ausstoß von Schadstoffen in den letzten Jahrzehnten nimmt die lebenswichtige Ozonschicht – das so genannte „gute Ozon“ – stark ab, während sich gleichzeitig in Bodennähe die Konzentration des „bösen Ozons“ stetig erhöht. Bodennahes Ozon wirkt als aggressives Reizgas. Besonders gefährdet sind vor allem ozonsensible Personen, Kleinkinder, Allergiker, Asthmatiker und Personen mit Bronchitis und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Reaktion
Als Symptome zeigen sich Kopfschmerzen, Augenbrennen, juckende Schleimhäute in Nase und Rachen, Schluckbeschwerden, Tränen- und Hustenreiz und Hautirritationen. In der Regel ist hierfür aber nicht das Ozon allein verantwortlich, sondern das Zusammenwirken mit anderen gasförmigen Schadstoffen. Ein Gemisch, das auch dem fittesten Sportler nicht bekommt.

Doch ist Stubenhocken die richtige Alternative? „Die Gefährdung eines Aufenthalts oder einer Sportausübung im Freien hängt letztendlich von der Ozonkonzentration ab“, meint dazu Sport- und Umweltmediziner Piero Lercher (wwwmedspa.at). Und gibt folgende Tipps:

Entwarnung
Bei einer Ozonkonzentration bis zu 180 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft sind selbst bei langfristiger Einwirkung keinerlei gesundheitliche Beeinträchtigungen zu erwarten.

Alarmschwelle
Liegt der Ozonwert zwischen 180 und 240 sollten empfindliche Personen mehrstündige körperliche Anstrengungen und sportliche Ausdauerleistungen meiden. Kurzstreckenläufe, Sprung- und Wurfdisziplinen können ohne Bedenken ausgeübt werden. Mittel- und Langstreckenläufe sowie Fahrradtouren sollte man einschränken. Und: am späten Vormittag, Mittag und am Nachmittag darauf verzichten. Gegen die Durchführung von Mannschaftsspielen bestehen keine Bedenken, da die reine Spielzeit in der Regel relativ kurz ist und die körperliche Belastung variiert.

Bei einem Ozonwert über 240 wird Alarm gegeben: Auch gesunde Personen sollten jetzt Anstrengungen im Freien insbesondere in den Mittags- und Nachmittagsstunden vermeiden. Der normale Aufenthalt im Freien wie Spazierengehen, Baden oder Picknicken ist für gesunde Personen unbedenklich. Gefährdete und ozonsensible Personen sollten sich jedoch bevorzugt in Räumen aufhalten.

Warnstufe
Ab einer Ozonkonzentration von 360 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft wird Ozonwarnstufe ausgerufen. Sport im Freien ist dann zu jeder Tageszeit tabu. Die aktuellen Ozonwerte in allen Bundesländern sind über Hotlines abzurufen.

Ozon-Hotlines

Burgenland.
(02682) 600 - 2888

Kärnten.
(0800) 31 1550

Niederösterreich.
(02742) 9005 - 11000

Oberösterreich.
(0732) 1510

Salzburg.
(0662) 8042 - 4000

Steiermark.
0316/877/2172

Tirol.
(0512) 1552

Vorarlberg.
(05574) 511-42973

Wien.
(01) 4000 - 88288


Posten Sie Ihre Meinung Neu anmelden Login |