10. Dezember 2008 09:53

Keine Hektik! 

Stress schadet dem Gehirn

Druck und Anspannung vernebeln das Denken. Schalten Sie also lieber einen Gang runter!

Stress schadet dem Gehirn
© Getty Images
Stress schadet dem Gehirn
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Wenn Sie auch zu jenen gehören, die sich jetzt von Weihnachtseinkäufen und Jahresabschluss stressen lassen, sollten Sie einen Gang zurückschalten. Denn Stress setzt die Immunabwehr herab, bremst die Liebesfähigkeit und laut einer aktuellen Studie auch die Fähigkeit, klar zu denken.

Negative Wirkung
Amerikanische Wissenschaftler konnten nun nachweisen, dass Anspannung negative Wirkung auf die Gehirnzellen hat. Selbst bei kurzfristigem Stress lässt die Denkfähigkeit nach und die Fehlerhäufigkeit steigt. „Entscheidungen, die unter Stress getroffen werden, sind zu hinterfragen“, so die Studienleiter.

Anfälligkeit für grippale Infekte
Auch andere Körperfunktionen werden durch Stresshormone beeinträchtigt. Wie der US-Mediziner Sheldon Cohen in einer Untersuchung belegte, erhöht Stress auch die Anfälligkeit für grippale Infekte. Denn der erhöhte Cortisol- und Säurespiegel bremst die Abwehrzellen aus. „Bei Stress entsteht im Körper Milchsäure, die das im Blut zirkulierende Bicarbonat, also den basischen Gegenspieler, reduziert“, erklärt Stressforscher Sepp Porta. Fazit: Je mehr stressbedingte Säuren im Blut sind, desto anfälliger für Krankheiten ist der Körper. Daher raten Experten, jetzt einen Gang zurückzuschalten, um die Feiertage genießen zu können:

1. Abschalten
Ob Sauna, Schlaf oder Tagträumen: Planen Sie trotz Weihnachtsstress gezielte Auszeiten ein. Klingt einfach, bringt aber sehr viel.

2. Sport
Auch wenn scheinbar keine Zeit für körperliche Aktivität ist: Gehen Sie trotzdem ins Fitness-Studio oder joggen Sie eine Runde. Bewegung reduziert die Stresshormone.

3. Zusatz
B-Vitamine und Pflanzenmittel (Baldrian, Hopfen, Melisse, Passionsblume) helfen dabei, stressresistenter zu werden.

Das bewirkt Stress:
Gehirn
Studien zeigen: Stress verändert die Biochemie im Gehirn und kann auf Dauer auch zu Depressionen führen. Das Stresshormon Cortisol wirkt negativ auf bestimmte Nervenzellen im Gehirn. Forscher der Universität Washington konnten jetzt nachweisen: Stress schadet dem Denken.

Blutzucker
Das Stresshormon Cortisol sorgt dafür, dass die Glukose (Zucker) im Blut bleibt. Daraufhin entsteht in den Zellen ein Zuckermangel. Das wiederum veranlasst die Bauchspeicheldrüse, ständig Insulin auszuschütten. Damit steigt aber das Risiko für Diabetes und Fettstoffwechselerkrankung.

Libido/Potenz
Das Stresshormon Cortisol unterdrückt die Produktion von DHEA, einem Vorläufer der Sexualhormone Östrogen und Testosteron. Die Folge: Libidomangel. Vor allem Frauen leiden bei Stress unter Orgasmusproblemen. Ein stressbedingter hoher Blutdruck kann bei Männern wiederum zu Potenzproblemen führen.

Immunsystem
Unter Stress und großer Anspannung sinkt die Anzahl der krankheitsabwehrenden Immunzellen, vor allem der T-Lymphozyten im Blut. Zu hohe Spiegel von Cortisol und Milchsäure bremsen die Killerzellen. Der Körper wird daher mit Viren und Bakterien nicht mehr so gut fertig.

Herz/Kreislauf
Stress bringt, so heißt es, das Blut in Wallung: Bei Anspannung steigt der Blutdruck und das Herz schlägt schneller. Ein dauerhaft erhöhter Blutdruck (ab einem Wert von 140/90 mm HG) schädigt die Gefäße. Die Folgen sind Arteriosklerose und ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall.

Verdauung
Es ist bewiesen, dass Magen und Darm durch die bei Stress erhöhten Hormonwerte geschädigt werden. Andauernde Belastung kann Dickdarmkatarrhe und Gastritis auslösen. US-Ärzte schätzen, dass 75 Prozent der amerikanischen Bevölkerung im Laufe ihres Lebens an stressbedingter Darmentzündung leiden.

Foto: (c) Getty Images


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