03. November 2010 08:54

Für Kinder 

Wieviel Taschengeld ist richtig?

Damit wird richtiger Umgang mit Geld gelernt. Dem Alter entsprechend anpassen.

Wieviel Taschengeld ist richtig?
© sxc

"Mama, ich hab kein Geld mehr, aber ich brauche diese Schuhe unbedingt" - Mit dem Schulbeginn kommt auch die jährliche Diskussion um das Taschengeld - und das ist meist immer zu knapp, wenn man bedenkt, was man als Jugendlicher alles haben "muss". Mit den anderen "mithalten wollen" setzt Kinder und deren Eltern gewaltig unter Druck. Das größte Problem sind laut Erziehungsberaterin Martina Leibovici-Mühlberger aber die Erwachsenen selbst: "Wir sind nicht mehr bereit, die Kinder vor Konsum zu schützen. Wir wollen an den Kindern verdienen." Die Werbeindustrie suggeriere, "wenn du das nicht hast, bist du nichts", "das ist eine böse Saat, die wir streuen", sagte Leibovici-Mühlberger.

Es gibt genug Fälle, wo sich Eltern verschulden, damit ihre Kinder mit den anderen mithalten können. Hier sei von den Eltern ein "Realitätsprinzip" gefordert. "Ich kann nur ausgeben, was im Geldbörsel drin ist", sagte sie. "Wenn man das verschleiert, wird die Spirale der Wünsche immer größer und es entsteht eine Hochstaplermentalität."

An das Alter anpassen
Eine Möglichkeit die Handhabung von Geld zu lernen, sei bei Kindern das Taschengeld. Dabei gilt es allerdings einiges zu beachten, sonst bleiben gewünschte Lerneffekte aus. Das Wichtigste zu erst: Man muss es dem Alter anpassen. Grundsätzlich rechne man 50 Cent pro Lebensjahr und Woche. Für einen Zehnjährigen wären das fünf Euro in der Woche. "Bei den kleineren Kindern sollte man es wöchentlich ausbezahlen und mit dem Kind die Anschaffungen besprechen", sagte Leibovici-Mühlberger.

Auch für ältere Kinder bleibt dieser Rechenschlüssel aufrecht, sofern es sich beim Taschengeld um "übriges" Geld handelt, das für persönliche Wünsche verwendet werden darf. Müssen sich die Sprösslinge tagsüber selber versorgen oder gehen schon alleine Kleidung kaufen, muss es um ein "Mittagsessen-Budget" oder Kleiderbudget erweitert werden. Auch das müssen Eltern und Kinder gemeinsam durchbesprechen, meinte die Expertin.

Geht man zur monatlichen Auszahlung über und das Geld ist bereits nach zwei Wochen aufgebraucht, muss man wieder zur wöchentlichen Rationierung zurückgehen, so Leibovici-Mühlberger. "Schieße ich nach, lernt das Kind nichts."

Pünktlich und regelmäßig
Weitere wichtige Grundregeln: Das Geld muss pünktlich und regelmäßig ausbezahlt werden. "Sind Eltern inkonsequent und unzuverlässig, ist das kein Zeichen von seriösem Umgang mit Geld". Entzug von Taschengeld darf auch nicht als Strafmittel eingesetzt werden. "Es handelt sich um einen zweiseitigen Vertrag, den man eingeht und auch einhalten muss".


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