08. Jänner 2007 15:18

Krebs-Prophylaxe 

Tee schützt Herz und Kreislauf

Teetrinker tun ihrem Herz-Kreislauf-System Gutes, wenn sie die Milch weglassen.

Tee schützt Herz und Kreislauf
© (c) APA/ Barbara Gindl

Teetrinker sollten einer Berliner Studie zufolge die Milch lieber weglassen - zumindest, wenn sie ihrem Herz-Kreislauf-System etwas Gutes tun wollen. Denn die gefäßschützenden Eigenschaften von Schwarztee gehen durch die in der Milch enthaltenen Kaseine vollständig verloren, wie Kardiologen der Berliner Charite nun herausfanden.

Tee sorgt für Entspannung
"Schwarztee verbessert im Vergleich zu Wasser deutlich die Entspannungsfähigkeit der Arterien und damit den erhöhten Blutdurchfluss. Kippt man jedoch Milch hinzu, macht das diesen Schutzeffekt komplett zunichte", berichtet der Molekularbiologe Mario Lorenz in einer Arbeit für das "European Heart Journal".

Tee weltweit zweithäufigstes Getränk
Das Forscherteam beobachtete diesen Effekt sowohl bei Versuchen mit Tieren als auch an Menschen. "Unsere Ergebnisse könnten auch eine Erklärung dafür sein, dass die positive Wirkung von Tee gegen Herzkrankheiten in Großbritannien ausbleibt - einem Land, in dem Tee gewöhnlich mit Milch getrunken wird", erläuterte Charité-Kardiologin Verena Stangl. Tee ist nach ihren Worten weltweit das zweithäufigste Getränk nach Wasser.

Die gefäßschützende Wirkung von schwarzem Tee geht den Forschern zufolge auf eine erhöhte Produktion von Stickstoffmonoxid zurück, das die Adern entspannt. Drei Kaseine aus der Milch behinderten jedoch diesen Effekt, vermutlich indem sie sich mit den schützenden Catechinen aus dem Tee verbinden.

Ultraschall-Untersuchung
Für die Studie untersuchten die Mediziner per Ultraschall die Unterarm-Arterien von 16 gesunden Frauen, die zu drei Gelegenheiten jeweils einen halben Liter Tee, Tee mit zehn Prozent fettarmer Milch oder, zur Kontrolle, gekochtes Wasser tranken. Zusätzlich testeten sie die Wirkung des Tees auf die Hauptschlagadern von Ratten.

Schutz vor Krebs
Auch die durch Studien bereits belegte Schutzfunktion von Tee vor Krebs könne durch die beobachtete Wechselwirkung in Frage gestellt werden - ebenso wie andere Forschungen, die allein die Schutzfunktion einzelner Ernährungsbestandteile untersuchten. Solange - wie etwa bei Rotwein oder Olivenöl - nur einzelne Wirkstoffe und nicht die gesamte Ernährungsumgebung berücksichtigt würden, könnte dies die Aussagekraft der Ergebnisse verfälschen, betonte Stangl.


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