25. September 2009 12:51

Verhütung 

Teenager haben keine Ahnung

Zwei Prozent der Teenager schwören auf Ammenmärchen wie Cola-Intimspülung.

Teenager haben keine Ahnung
© sxc

Der Aufklärungsunterricht in Österreich schreit nach Verbesserung. Davon sind österreichische Gynäkologen überzeugt und dafür sprechen auch Umfragedaten von tsn healthcare bei heimischen Teenagern: Zwei Prozent halten eine Cola-Spülung des weiblichen Genitalbereichs für die beste Möglichkeit eine Schwangerschaft zu verhindern (drei Prozent der Burschen, ein Prozent der Frauen).

Zu wenig informiert
"Es gibt immer noch Jugendliche, die schlichtweg nicht ausreichend informiert sind", betonte Claudia Linemayr-Wagner, Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Familienplanung (ÖGF). Weitere Ammenmärchen, die nach wie vor für Realität gehalten werden: Eine Dusche oder ein Bad nach dem Sex verhindert laut einem Prozent der Mädchen eine Empfängnis. Ebenso viele Burschen halten zwei Stunden Kopfstand für eine ideale Verhütungsmethode. Auch das Einnehmen von Folsäure soll laut sechs Prozent der Teenies helfen.

Nach Schätzungen gibt es jährlich zwischen 30.000 und 40.000 Schwangerschaftsabbrüche in Österreich. Im vergangenen Jahr wurden 2.747 Teenager Mütter, sieben von ihnen waren unter 15 Jahre alt. "Alle sind aufgeklärt, aber keiner weiß Bescheid", kritisierte der Gynäkologe Christian Fiala. "Viel Paare haben große Wissenslücken, wenn es um die Details zur Verhütung geht.

Sexualerziehung zu theoretisch
Hauptkritikpunkt von Experten: Die 1970 an heimischen Schulen verpflichtend eingeführte Sexualerziehung ist zu theoretisch. Das Wissen bleibe abstrakt, unemotional und habe keinen Bezug zum realen Leben, so Bettina Weidinger, Leiterin des österreichischen Instituts für Sexualpädagogik. Das Reden über Verhütung fällt den Burschen und Mädchen schwer: 23 Prozent der Jugendlichen sprechen vor dem ersten Mal nicht mit ihrem Partner darüber. 25 Prozent erwähnen das Thema zwar, fühlen sich dabei aber äußerst unwohl.

Reden über Verhütung fällt schwer
Positiv: Der Großteil will gemeinsam über die Verhütung entscheiden, nur fünf Prozent sehen das Thema als alleinige Angelegenheit des Partners. Wenn über Pille, Kondom und Co. gesprochen werden muss, ist der Partner laut Umfrage für 82 Prozent die erste Wahl. 80 Prozent reden mit Freunden, 46 Prozent mit Geschwistern und 44 Prozent mit dem Arzt darüber. Bei den Eltern sind Mütter (43 Prozent) als Ansprechpartner gefragter als die Väter (25 Prozent). 19 Prozent fragen Lehrer. Der Weltverhütungstag findet heuer zum dritten Mal statt und steht unter dem Motto "Über Verhütung sprechen".


Posten Sie Ihre Meinung Neu anmelden Login |